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  <title>Theriak - die Welt der Arzeneyen Venena und Antidota</title>
  <subtitle>Theriak</subtitle>
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    <name>Theriak</name>
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  <updated>2009-07-24T13:40:51Z</updated>
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    <title>Sponsoring</title>
    <published>2009-07-24T13:39:47Z</published>
    <updated>2009-07-24T13:40:51Z</updated>
    <lj:music>Runatál/ Adas</lj:music>
    <content type="html">&lt;br /&gt;Na, wenn das nicht pa&amp;szlig;t...k&amp;uuml;rzlich gesehen im Botanischen Garten. ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000fg4a/"&gt;&lt;img height="214" border="0" width="320" alt="" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000fg4a/s320x240" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Schottische Stimmen</title>
    <published>2009-06-28T09:32:22Z</published>
    <updated>2009-06-28T09:32:22Z</updated>
    <category term="kulturbericht"/>
    <lj:music>To the beggin' I will go/ Ewan MacColl</lj:music>
    <content type="html">Ein Konzert im Raffaelsaal der Orangerie in Sanssouci - schon der Ort allein ist au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnlich und macht neugierig, das Programm allerdings noch weitaus mehr. Die Musikfestspiele Potsdam stehen in diesem Jahr unter dem Motto &amp;quot;Haydns Welt&amp;quot;. Haydn und Schottland? Ich mu&amp;szlig; einen Moment &amp;uuml;berlegen, bis mir der Zusammenhang einf&amp;auml;llt. Zwischen 1792 und 1803 schrieb der Komponist auf Wunsch dreier schottischer Verleger &amp;uuml;ber 400 Bearbeitungen von schottischen und walisischen Liedern - Kleinodien, die bis heute eher unbekannt sind.&lt;br /&gt;In den H&amp;ouml;rgenu&amp;szlig; einer Auswahl dieser St&amp;uuml;cke kamen wir gestern - abgerundet durch zwei seiner Klaviertrios, ziemlich durchbrochen allerdings durch zwei zeigen&amp;ouml;ssische Werke von Woolrich und MacMillan. Das Haydn Trio Eisenstein, brilliant auf Fl&amp;uuml;gel, Violine und Cello, hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, neue Werke in Verbindung mit anderen Kunstformen aufzuf&amp;uuml;hren - wagemutig und l&amp;auml;ngst nicht zur Freude aller Zuh&amp;ouml;rer.&lt;br /&gt;Aber zur&amp;uuml;ck zu den eigentlichen Highlights - den schottischen K&amp;uuml;nstlern Wilma MacDougall (Sopran) und Jamie MacDougall (Tenor). Schon ihr Auftreten versetzte das Publikum in Entz&amp;uuml;cken - sie in seidig-smaragdgr&amp;uuml;nem Kleid, das ihr ausgezeichnet stand, er selbstredend im Kilt. Show ist ihm nicht fremd, als Teil der &lt;em&gt;Caledons&lt;/em&gt; tritt er regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig mit zwei weiteren Landsleuten auf und begeistert die Audienz mit seiner Kunst - stilvoll, nicht &amp;uuml;berzogen. &lt;br /&gt;Wie am&amp;uuml;sant, den leichtherzigen Einf&amp;uuml;hrungen zu den Liedern zu folgen, wie wundervoll, den mal z&amp;auml;rtlichen, dann wieder kraftvoll-deftigen Interpretationen beizuwohnen. &lt;br /&gt;Exemplarisch seien hier &amp;quot;The bonnie wee thing&amp;quot; (Robert Burns), &amp;quot;Thro' the wood, laddie&amp;quot; (Allan Ramsey) und &amp;quot;The east neuk o'Fife&amp;quot;&amp;quot; (Alexander Boswell) genannt. Im ersten Lied bewundert der S&amp;auml;nger ein &amp;quot;h&amp;uuml;bsches, kleines M&amp;auml;dchen&amp;quot;, in das er sich verliebt, im zweiten ist es das M&amp;auml;dchen, das sich erst an der Sch&amp;ouml;nheit der Natur erfreuen wird, wenn &amp;quot;er durch den Wald&amp;quot; kommt. Sp&amp;auml;ter ist es dann nicht mehr so weit her mit der Gl&amp;uuml;ckseligkeit, denn die Ehefrau beschuldigt ihren Mann, st&amp;auml;ndig betrunken und ein Tunichtgut zu sein, was er ihr in barer M&amp;uuml;nze heimzahlt. Am Ende erkennen sie jedoch, da&amp;szlig; alles halb so schlimm ist und sie trotz allem f&amp;uuml;reinander bestimmt sind.&lt;br /&gt;Ein herrliches Konzert, das Lust auf mehr macht. Leider waren die &lt;em&gt;Caledons&lt;/em&gt; gerade in Berlin...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Che - Revolución</title>
    <published>2009-06-13T10:09:09Z</published>
    <updated>2009-06-13T10:09:09Z</updated>
    <category term="filmkritik"/>
    <lj:music>Fusil von Silvio Rodriguez</lj:music>
    <content type="html">Zugegeben - ganz unvoreingenommen kann man nicht in einen Film &amp;uuml;ber Ernesto &amp;quot;Che&amp;quot; Guevara gehen, der von einem US-Amerikaner gedreht wurde. Steven Soderbergh hat sich an ein gewaltiges Projekt gewagt und das Leben des Che in zwei Teilen auf die Leinwand gebracht. Im ersten geht es um die Bekanntschaft mit Fidel Castro, den Kampf in der Sierra Maestra und schlie&amp;szlig;lich den glorreichen Einmarsch nach Havanna, der der Verjagung Batistas folgt. Inmitten der realen Szenen (sattes Gr&amp;uuml;n, Regenwald, Kampfgeschehen in der Sierra) pr&amp;auml;sentiert Soderbergh in k&amp;ouml;rnigem Schwarzwei&amp;szlig; Interviewschnipsel, die nach dem Sieg mit dem &lt;em&gt;Comandante&lt;/em&gt; gef&amp;uuml;hrt wurden. Er zeigt ihn in New York, unangefochten, bei einer Rede auf der UNO-Hauptversammlung, in der er &amp;uuml;ber &amp;quot;Kuba als die amerikanische Kolonie&amp;quot; spricht.&lt;br /&gt;Zur&amp;uuml;ck im Dschungel. Ernesto, zun&amp;auml;chst als Arzt bei Fidel Castros Truppe, sp&amp;auml;ter Kommandeur, wird als nachdenklicher, ernster Mann geschildert, den ein immenser Gerechtigkeitssinn beseelt, der aber auch, sofern n&amp;ouml;tig, nicht zaudert und das tut, was getan werden mu&amp;szlig;, um Verr&amp;auml;ter abzustrafen.&lt;br /&gt;Manche Tage sind f&amp;uuml;r ihn die H&amp;ouml;lle, weil ihm sein Asthma, das damals kaum zu behandeln war, zusetzt, die Truppe jedoch nicht aufgehalten werden darf. Denselben Einsatz, dieselbe H&amp;auml;rte, die er gegen sich selbst zeigt, erwartet er auch von den anderen. &lt;br /&gt;Unerm&amp;uuml;dlich setzt er auf Alphabetisierung und Bildung und scheut auch nicht davor zur&amp;uuml;ck, abends im Lager selbst zu unterrichten.&lt;br /&gt;Nach dem Sieg, auf dem Weg von Santa Clara nach Havanna, gibt es eine Szene, die so typisch f&amp;uuml;r Guevaras Selbstverst&amp;auml;ndnis ist, da&amp;szlig; ich sie nicht vorenthalten m&amp;ouml;chte. Er selbst sitzt in einem Armeeauto und wird von johlenden Genossen in einem schnittigen Zivilauto &amp;uuml;berholt. Befremdet l&amp;auml;&amp;szlig;t er den Wagen anhalten und erkundigt sich, was das denn werden solle. &lt;br /&gt;&amp;quot;Ich fahre das Auto nach Havanna&amp;quot;, entgegnet der Angesprochene frech. &lt;br /&gt;Woher er es habe, will Che wissen, sein Gesicht ernst, und ein beinahe schmerzlicher Zug liegt in seinen Augen. &lt;br /&gt;&amp;quot;Dem und dem abgenommen.&amp;quot;&lt;br /&gt;&amp;quot;Du kehrst auf der Stelle um und gibst das Auto zur&amp;uuml;ck&amp;quot;, befiehlt Che, ruhig, aber sichtlich zornig. &amp;quot;Wir bestehlen niemanden.&amp;quot;&lt;br /&gt;Zur&amp;uuml;ck im Armeejeep sieht man ihn nur fassungslos den Kopf sch&amp;uuml;tteln. &lt;br /&gt;Die Ideale, von denen man spricht, auch wirklich selbst zu leben - das ist eine Novit&amp;auml;t und nicht immer gern gesehen und bleibt bisweilen unverstanden. Dennoch, zun&amp;auml;chst hat die Revolution in Kuba gesiegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit so gut. Man fragt sich zwar, wieso mitten in der Sierra 1957 Strommasten im Bild auftauchen, die zu dieser Zeit dort bestimmt noch nicht standen, auch einige Geb&amp;auml;ude in Santa Clara erscheinen arg neu und unpassend, daf&amp;uuml;r sind die Darsteller grandios und tr&amp;ouml;sten &amp;uuml;ber so manche Eigenartigkeit hinweg. Benicio del Toro als Ernesto Guevara ist eine Idealbesetzung, nicht nur wegen der &amp;auml;u&amp;szlig;erlichen &amp;Auml;hnlichkeit. Auch Fidel Castro, gespielt von Demi&amp;aacute;n Bichir und Camilo Cienfuegos (Santiago Cabrera) k&amp;ouml;nnten als Originale durchgehen - sowohl im Aussehen als auch in Mimik und Sprache.&lt;br /&gt;Leider wirken die Dialoge zwischen Che und Fidel aufgesetzt - als wollte der Regisseur mit Platit&amp;uuml;den dem thematisch nicht vorgebildeten Zuschauer einh&amp;auml;mmern, was die (vermeintliche) Quintessenz des Ganzen ist: Fidel belehrt Che, der wiederum belehrt mit dem gro&amp;szlig;en Zeigefinger des Guten die dummen Bauernt&amp;ouml;lpel, die sich der Gruppe angeschlossen haben. Ganz so einfach ist es eben nicht, aber auch an anderen Stellen schw&amp;auml;chelt der Film, wenn es um die Abkehr von der Zweidimensionalit&amp;auml;t geht. &lt;br /&gt;Dennoch ein sehenswerter Film, der zumindest in Grundz&amp;uuml;gen versucht, sich dem Idealisten Che zu n&amp;auml;hern und die Beweggr&amp;uuml;nde f&amp;uuml;r sein Handeln zu beleuchten. Weitaus delikater d&amp;uuml;rfte der zweite Teil werden, in dem Ches Weg &amp;uuml;ber Afrika bis zu seinem Scheitern in Bolivien verfolgt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Hauptstadtgeflüster oder: "Lästern in Dublin"</title>
    <published>2009-05-30T13:09:15Z</published>
    <updated>2009-05-30T13:09:15Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <lj:music>Hook and eyes (irischer Tanz)</lj:music>
    <content type="html">Wer meine Eintr&amp;auml;ge liest, k&amp;ouml;nnte auf den Gedanken kommen, da&amp;szlig; ich wenig anderes tue als reisen. Genaugenommen t&amp;auml;te ich das auch am liebsten, aber zwischendrin gibt es dann doch jede Menge Alltag, der so gef&amp;uuml;llt (dabei jedoch eher unspannend) ist, da&amp;szlig; ich meine gesch&amp;auml;tzte Leserschaft lieber mit der Essenz der Ferne unterhalte. Diesmal: Irland. &lt;br /&gt;St&amp;auml;dtereisen sind so eine Sache - man kann eine erwischen, in der sich auch nach sieben Tagen noch ungesehene Sch&amp;auml;tze verbergen. Oder man hat rasch das Gef&amp;uuml;hl, das Umland gleichfalls erkunden zu wollen. Dublin erwies sich als zwiesp&amp;auml;ltig, zumindest f&amp;uuml;r mein Interesse. Ich geh&amp;ouml;re nicht zu jenen, die im Urlaub jedes Museum gesehen haben mu&amp;szlig;, mir liegt vielmehr die Kombination von Flair, Kultur und Natur am Herzen. Nicht ganz Allt&amp;auml;gliches zu besuchen, dabei Kleinode zu entdecken, das ist meine Freude. &lt;br /&gt;Dublin hat bekannterma&amp;szlig;en eindrucksvolle Kirchen, nicht unbedingt sch&amp;ouml;n, aber doch von einem schwer fa&amp;szlig;baren&amp;nbsp;Reiz. Christchurch Cathedral und St. Patrick's Cathedral lohnen in jedem Fall, besonders, weil die eine nahe der anderen liegt. &amp;Uuml;berhaupt ist innerhalb der Stadt alles wunderbar zu Fu&amp;szlig; zu erreichen - und ohne Bewegung geht es nicht, wenn man bedenkt, was der Speiseplan hergibt. Zum Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck schon Bohnen und Ei, f&amp;uuml;r die Fleischesser auch Schinken(speck) oder W&amp;uuml;rstchen. Ich fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cke gern; mich st&amp;ouml;rt also etwas Deftiges nicht. Schwieriger sieht es am Abend aus - nicht, da&amp;szlig; es nicht unz&amp;auml;hlige Restaurants g&amp;auml;be, gerade in Temple Bar, aber der Standard ist mit dem gewohnten nicht zu vergleichen, und wenn ich schon routinem&amp;auml;&amp;szlig;ig 12 bis 15 Euronen f&amp;uuml;r ein Hauptgericht (fleischlos!) ausgeben soll, dann h&amp;auml;tte ich daf&amp;uuml;r gern einen ansprechenden Gegenwert. Nach einigen Schlappen findet sich das In-Lokal &amp;quot;Elephant&amp;amp;Castle&amp;quot;, in dem man gegen 17.30 Uhr gerade noch einen Platz bekommt - sp&amp;auml;ter nur noch mit Reservierung oder, f&amp;uuml;r mich h&amp;ouml;chst befremdlich, mit Warten. Da sitzen dann die zumeist jungen Leute schwatzend auf St&amp;uuml;hlen und gucken den G&amp;auml;sten auf Tisch und Teller. Der Ger&amp;auml;uschpegel ist dem einer Disco vergleichbar, man sitzt eng und ist froh, da&amp;szlig; die Menschen am sehr nahen Nachbartisch kein Deutsch verstehen. Trotzdem ist der Laden tagein tagaus rappelvoll, denn das Essen ist gut, reichlich, frisch und raffiniert, der Service zuvorkommend und umsichtig. &lt;br /&gt;Man beendet hier das Mahl allerdings dennoch sehr z&amp;uuml;gig - es ist einfach zu laut und unruhig, um den Abend dort zu verbringen. Daf&amp;uuml;r bietet sich das Kylemore direkt an der O'Connell Street an. Als Ecklokal mit riesigen Glasfronten und unglaublich freundlichem, abends latinodominiertem Service l&amp;auml;dt es geradezu ein zum Verweilen und Hinausschauen. Bei Tee und Desserts kann man so ungest&amp;ouml;rt die vorbeieilenden oder -flanierenden Menschen beobachten - an der O'Connell Street ein unersch&amp;ouml;pflicher Quell an Inspiration. Je sp&amp;auml;ter der Abend, desto gestylter die Passanten - ob gut oder schlecht, das kommt wohl auf die Sichtweise an. Trotz k&amp;uuml;hler sieben Grad st&amp;ouml;ckeln junge M&amp;auml;dchen in d&amp;uuml;nnen, auf alle F&amp;auml;lle aber kurzen Abendkleidchen nicht unbedingt &amp;auml;sthetisch die Stra&amp;szlig;e entlang, und man fragt sich unwillk&amp;uuml;rlich, f&amp;uuml;r wen diese armen Dinger sich so aufbrezeln. Denn die Jungs, die oft schon blau oder stoned sind, bevor der Abend &amp;uuml;berhaupt angefangen hat, k&amp;ouml;nnen unm&amp;ouml;glich gemeint sein - oder doch?! &lt;br /&gt;Der Blick aus dem Fenster ist zugleich ein Einblick in Kultur und Verhalten: &amp;quot;&amp;Auml;ltere&amp;quot; Frauen sieht man selten und wenn, dann ansprechend, aber nicht so entsetzlich billig gekleidet. Die Herren tun deutlich weniger, um gut auszusehen, und ich meine &lt;strong&gt;deutlich&lt;/strong&gt; weniger. Die Menschen in warmen Pullis und taillierten Jacken sind Italiener oder Spanier, die in sportiven Regensachen und mit flachen Schuhen Deutsche, &amp;Ouml;sterreicher oder Kanadier. &lt;br /&gt;An einer Statue hockt eine bekiffte Jugendliche, die kaum die Augen offenhalten kann, w&amp;auml;hrend ein Typ auf unerm&amp;uuml;dlich auf sie einredet. Eine Polizistin (In Irland ist die Polizei unbewaffnet. Wer h&amp;auml;tte das gedacht?) n&amp;auml;hert sich einem Trupp M&amp;auml;dchen, die auf der anderen Seite der Statue abh&amp;auml;ngen. Wird sie sie bitten, nicht herumzulungern? Gebannt verfolge ich, wie sie sich die Ergebnisse des Powershoppings zeigen l&amp;auml;&amp;szlig;t, ganz, als w&amp;auml;ren diese M&amp;auml;dchen mit ihr befreundet. Fraternisieren mit der Berv&amp;ouml;lkerung? &lt;br /&gt;Leider schlie&amp;szlig;t das Lokal um zehn, so da&amp;szlig; man gegen elf wirklich gehen mu&amp;szlig;. Aber dann ist der spannendeste Teil auch vorbei, um dann noch mehr zu sehen, mu&amp;szlig; man in die Nachtclubs und Bars.&lt;br /&gt;Ich fahre lieber ins Umland, wo man &amp;uuml;ppig bl&amp;uuml;henden Ginster, gr&amp;uuml;ne Wiesen und wei&amp;szlig;e Schafe sehen kann. Auch verfallene Abteien &amp;uuml;brigens, und wenn man es klug anstellt und sich mit dem &amp;ouml;ffentlichen Verkehr auskennt, sogar intakte Schl&amp;ouml;sser und Herrenh&amp;auml;user. Malahide Castle sei hier erw&amp;auml;hnt und Newbridge House - eine Verschmelzung aus beiden g&amp;auml;be ein passendes Malfoy Manor her. Ich gerate ins Tr&amp;auml;umen.&lt;br /&gt;Fazit: Dublin ist soziokulturell interessant, hat viele, viele Pubs - aber die kleinen D&amp;ouml;rfer drumherum sind sch&amp;ouml;ner. Nur eines kann man dort nicht: &amp;uuml;ber die verr&amp;uuml;ckten Hauptst&amp;auml;dter l&amp;auml;stern. &lt;br /&gt;N&amp;auml;chstes Mal Westk&amp;uuml;ste mit Klippen und Fischerd&amp;ouml;rfern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000eacq/"&gt;&lt;img height="214" border="0" width="320" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000eacq/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt; Keltisches Kreuz&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Abreise</title>
    <published>2009-05-10T15:13:49Z</published>
    <updated>2009-05-10T15:13:49Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <content type="html">Die Zeit auf Dominica ist viel zu schnell vergangen. Ich habe mich in das Land verliebt, in die &amp;uuml;ppige Vegetation, die leeren Str&amp;auml;nde, die St&amp;auml;dtchen, in denen alles, was man braucht, in einem Laden zu bekommen ist. Es gibt kaum Touristen, das Leben ist einfach, aber beschaulich. Man lernt, sich &amp;uuml;ber einen Coffeeshop zu freuen, den es aber auch wirlich nur in der Hauptstadt gibt. Neben kleinen H&amp;auml;usern und sogar H&amp;uuml;tten stehen Anwesen, die wiederum einem Malfoy im Exil gut zu Gesichte stehen w&amp;uuml;rden. Der ganze Wohlstandskram, der unser Leben hier so oft verkompliziert, fehlt v&amp;ouml;llig. Wunderbar! Aber ich bin realistisch genug zu erkennen, da&amp;szlig; mir die Kultur &amp;uuml;ber kurz oder lang fehlen w&amp;uuml;rde - vielleicht aber auch nicht so sehr, man kompensiert ja auch. Trixie werde ich vermissen. Sie hat ihren Traum wahr gemacht, und auch wenn sie sagt, Alltag g&amp;auml;be es &amp;uuml;berall, w&amp;uuml;rde sie nicht zur&amp;uuml;ck in die Schweiz wollen. Folglich war ihre Entscheidung f&amp;uuml;r sie die richtige.&lt;br /&gt;In Pointe a Pitre auf Guadeloupe m&amp;uuml;ssen wir n&amp;auml;chtigen, bevor am n&amp;auml;chsten Tag der Flug geht. Ich habe selten eine so eigenartige Stadt erlebt, und noch nie war ich regelrecht froh, abreisen zu d&amp;uuml;rfen. Man sp&amp;uuml;rt, da&amp;szlig; es die Stadt nur wegen der Pr&amp;auml;fektur gibt. Sie hat kein Herz und keine Seele, kaum Restaurants, keine Bars, Kinos oder gar Theater. Die Menschen wollen dort nicht wohnen, und wer nicht anders kann, verrammelt seine Wohnung bis zum Balkon mit Gittern. Tags&amp;uuml;ber gibt es zwei h&amp;uuml;bsche M&amp;auml;rkte, aber der Rest ist Schweigen. Gut war der Besuch dennoch: Als Vorlage f&amp;uuml;r eine Geschichte wird mir diese seltsame Stadt einmal dienen.&lt;br /&gt;Der Heimflug verl&amp;auml;uft komplikationslos. In Paris wieder Eile, aber alles klappt. Ich brauche immer eine Zeit, bis ich auch mit den Gedanken wieder daheim bin. Diesmal dauert es l&amp;auml;nger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000dhhp/"&gt;&lt;img height="240" border="0" width="320" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000dhhp/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Dominica: Boiling Lake</title>
    <published>2009-05-10T14:59:06Z</published>
    <updated>2009-05-10T14:59:06Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <content type="html">Die Wanderschuhe riechen arg muffig, als ich sie aus der Plastikt&amp;uuml;te befreie, aber sp&amp;auml;ter werde ich froh sein, sie angezogen zu haben. &amp;quot;Sturdy hiking shoes&amp;quot; hat man uns auch extra empfohlen. Cecil, der &amp;quot;Wanderf&amp;uuml;hrer&amp;quot;, geht zwar in Bermudas und barfu&amp;szlig;, aber der ist auch ein Unikum und entlockt nicht nur uns ein grinsendes Kopfsch&amp;uuml;tteln.&lt;br /&gt;Der Aufstieg beginnt im Regenwald &amp;uuml;ber einen erstaunlich gut befestigten Weg und viele, viele nat&amp;uuml;rliche Stufen. Es ist na&amp;szlig; und matschig, man mu&amp;szlig; sich konzentrieren und merkt bald, da&amp;szlig; aufsteigen bei der Luftfeuchte gleich nochmal eine andere Herausforderung ist. Die erste H&amp;uuml;rde ist auf einem Bergkamm erreicht. Dort pfeift ein kalter Wind; ich bin froh, um die Regenjacke, die ich nun &amp;uuml;ber die Bluse ziehen kann. Weiter geht es &amp;uuml;ber abenteuerliche, zum Teil sehr steile, ger&amp;ouml;llhaltige Wege ins &amp;quot;Valley of Desolation&amp;quot;, das seinem Namen alle Ehre macht. Dampfende Schwefelfl&amp;uuml;sse durchziehen das Tal, die Vegetation ist sp&amp;auml;rlich. Mehrmals &amp;uuml;berqueren wir Fl&amp;uuml;sse - und versuchen, dabei keine nassen F&amp;uuml;&amp;szlig;e zu bekommen. Irgendwann ist der Weg zu Ende; vor uns wallen Dampfschwaden empor. Wir sind am Ziel.&lt;br /&gt;Der &lt;strong&gt;Boiling Lake&lt;/strong&gt; hat ungef&amp;auml;hr 90&amp;deg;C und ist einer der gr&amp;ouml;&amp;szlig;en kochenden Seen der Welt. Ich habe so ein Naturschauspiel noch nie gesehen und bin entsprechend fasziniert. Bei sch&amp;ouml;nem Wetter kann man &amp;uuml;ber den See bis nach Martinique sehen. Heute sind wir allerdings froh, da&amp;szlig; es nicht regnet und wir auch mal in den See hinuntergucken k&amp;ouml;nnen, wenn der Wind die Schwaden abtreibt. Wahnsinn! Man sieht direkt die durch die Hitze verursachte Wasserbewegung, als h&amp;auml;tte man einen Topf mit seifigem Wasser vor sich.&lt;br /&gt;Der R&amp;uuml;ckweg geht erstaunlich gut und gef&amp;uuml;hlt schneller - am Einstiegspunkt wartet eine gesch&amp;auml;ftst&amp;uuml;chtige Dame mit gek&amp;uuml;hlten Getr&amp;auml;nken. Ich genehmige mir ein &lt;em&gt;Quenchi&lt;/em&gt;, eine s&amp;uuml;&amp;szlig;e Brause, die im Land hergestellt wird. Ob wir den &amp;quot;nackten Mann&amp;quot; gesehen h&amp;auml;tten, raunt uns die Dame zu. Wir stutzen und m&amp;uuml;ssen ein Grinsen unterdr&amp;uuml;cken. Sie meint nat&amp;uuml;rlich Cecil, den Wanderf&amp;uuml;hrer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000c2kw/"&gt;&lt;img height="240" border="0" width="180" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000c2kw/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Dominica: Ankunft, Sari Sari Falls und Schnorcheln</title>
    <published>2009-05-10T14:40:39Z</published>
    <updated>2009-05-10T14:40:39Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <content type="html">Eine Schnellf&amp;auml;hre, die ihren Namen nicht von ungef&amp;auml;hr tr&amp;auml;gt, bringt uns nach chaotischem Anstehen und Gep&amp;auml;ckeinchecken zur Nachbarinsel. Wir stehen schon wieder in endloser Schlange - diesmal in der dominicanischen Pa&amp;szlig;kontrolle. Aber auch das ist irgendwann geschafft, und wir treten hinaus in brodelndes Leben und hei&amp;szlig;e Sonne. Eine Frau undefinierbaren Alters mit blonden Rastaz&amp;ouml;pfen begr&amp;uuml;&amp;szlig;t uns &amp;uuml;berschwenglich: Wir haben Trixie kennengelernt, unsere Begleitung. Sie spricht in einem seltsamen, nicht unsympathischen Singsang, und ich erfahre, da&amp;szlig; sie Schweizerin ist und seit &amp;uuml;ber neun Jahren auf Dominca lebt. Mit ihr fahren wir auf eine Anh&amp;ouml;he, von der man einen herrlichen Blick &amp;uuml;ber Roseau und das Meer hat. Es gibt Lunch aus wiederverwendbaren Boxen und frischen Pampelmusensaft. K&amp;ouml;stlich!&lt;br /&gt;Es mag t&amp;auml;uschen, aber im Gegensatz zu Guadeloupe, mit dem ich nicht recht warm wurde, f&amp;uuml;hle ich mich hier sofort wohl und daheim. Es ist urspr&amp;uuml;nglicher, zum Teil auch &amp;auml;rmlicher, aber daf&amp;uuml;r deutlich sauberer. Allerorten stehen Schilder, die mahnen: &lt;em&gt;Don't litter&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Think before you throw&lt;/em&gt;. Und es gibt sogar Abfallk&amp;ouml;rbe, um die solcherart motivierten Menschen nicht wieder zu demotivieren.&lt;br /&gt;Auf dem Weg in die Lodge sehen wir den ersten der 365 Fl&amp;uuml;sse Dominicas (f&amp;uuml;r jeden Tag einen) und erleben rasanten Linksverkehr. Die Stra&amp;szlig;en sind schmal, aber deshalb nicht etwa einspurig. Zum Gl&amp;uuml;ck ist der Verkehr nicht sehr dicht, aber Begegnungen gibt es nat&amp;uuml;rlich, vornehmlich in den Kurven.&lt;br /&gt;Die Bungalows der Lodge sind perfekt in die tropische Vegetation eingepa&amp;szlig;t. Leider erleben wir eine unsch&amp;ouml;ne &amp;Uuml;berraschung, als wir vom Abendessen kommen:&amp;nbsp;Man hat uns bestohlen. Einhelliges Entsetzen und die Versicherung, das sei noch nie vorgekommen. Gut, da&amp;szlig; die Bungalows trotzdem Safes haben und die meisten ihre Wertsachen schon verschlossen hatten. Meine Wasserschuhe sind dahin und mein sch&amp;ouml;ner Rumpunch, auch das K&amp;auml;ppi kann ersetzt werden. Andere vermissen da schon mehr: Handys, Kameras, Geld, eine sogar den Pa&amp;szlig;.&lt;br /&gt;Trotzdem geht das Leben weiter. Am n&amp;auml;chsten Tag besuchen wir die &lt;strong&gt;Sari Sari F&amp;auml;lle&lt;/strong&gt; - wie der Name schon sagt, wieder eine wasserreiche Aktivit&amp;auml;t, aber der Anblick ist von einmaliger Sch&amp;ouml;nheit, und ich hatte zum Gl&amp;uuml;ck noch die Trekkingsandalen f&amp;uuml;rs Wasserlaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000bwdr/"&gt;&lt;img height="240" border="0" width="320" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000bwdr/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend beginnt es zu regnen, aber wir denken uns nichts dabei. Dies sind die Tropen, hier regnet es halt immer wieder. In der Nacht schlafe ich schlecht, so laut trommeln die Wassertropfen auf das Dach. Morgens sch&amp;uuml;ttet es, was die tief h&amp;auml;ngenden Wolken hergeben. Es sieht nicht aus, als w&amp;uuml;rde es in absehbarer Zeit aufh&amp;ouml;ren. Und wir sollen Schnorcheln und vielleicht Wale sehen? Mittlere Skepsis.&lt;br /&gt;An der K&amp;uuml;ste sei das Wetter ganz anders, bekommen wir l&amp;auml;chelnd zu h&amp;ouml;ren, und tats&amp;auml;chlich, das Wunder k&amp;uuml;ndigt sich bereits auf halber Strecke an: Erst l&amp;auml;&amp;szlig;t der Regen nach, dann h&amp;ouml;rt er ganz auf. Allm&amp;auml;hlich werden aus den grauen Wolken hellwei&amp;szlig;e, und dann scheint pl&amp;ouml;tzlich die Sonne. Ich bin beeindruckt.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schnorcheln &lt;/strong&gt;am Champagne Reef - geniale Sache! Ich mache das zum ersten Mal, aber es geht prima. Unter Wasser er&amp;ouml;ffnet sich eine fremde Welt. Leider wird mir wieder schnell kalt, so da&amp;szlig; ich abbreche, als mir die Z&amp;auml;hne zu klappern beginnen. Im Ged&amp;auml;chtnis bleibt mir das Bild der vom Meeresgrund aufsteigenden &amp;quot;Champagnerbl&amp;auml;schen&amp;quot; - wundervoll.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wale&lt;/strong&gt; gibt es sp&amp;auml;ter auch zu sehen. Man versichert uns, da&amp;szlig; diese Beobachtungsschiffe alle den Tierschutz einhalten - ich mu&amp;szlig; das glauben und w&amp;auml;re auch ohne Wal nur mit der Bootstour gl&amp;uuml;cklich gewesen. Vom Wasser aus sieht man die dunklen Regenwolken tief &amp;uuml;ber dem Landesinneren h&amp;auml;ngen. Gut, da&amp;szlig; wir an der K&amp;uuml;ste sind. Sp&amp;auml;ter wird man uns erz&amp;auml;hlen,da&amp;szlig; es die ganze Zeit so gegossen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Guadeloupe: Les Saintes</title>
    <published>2009-05-10T07:05:23Z</published>
    <updated>2009-05-10T07:05:23Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <content type="html">Boots&amp;uuml;berfahrt zum vorgelagerten Inselchen Les Saintes. Wir glauben, wir haben die besten Pl&amp;auml;tze auf dem Boot, Oberdeck, vorn. Es wundert sich keiner, da&amp;szlig; die noch frei sind. Auch die Wasserspritzer auf den Scheiben des F&amp;uuml;hrerhauses machen uns nicht stutzig - bis die erste Welle kommt. Wir lachen noch, es spritzt ein bi&amp;szlig;chen, noch immer ist uns der Ernst der Lage nicht bewu&amp;szlig;t. Allerdings h&amp;auml;tten wir auch sonst nicht weggekonnt - es war t&amp;uuml;chtiger Seegang und hinten alles voll. Mit der n&amp;auml;chsten Welle werden wir geduscht und das ausgiebig. Ich kann gerade noch den Rucksack in Sicherheit bringen, dann geht es weiter, klatsch, klatsch, auch die Mittelreihen bekommen ihren Anteil an Seewasser. Als wir anlanden, ist wieder einmal kein trockenes Haar an mir. Zum Gl&amp;uuml;ck brennt auf Les Saintes die Sonne, so da&amp;szlig; ich verh&amp;auml;ltnism&amp;auml;&amp;szlig;ig schnell trockne, ohne dabei wie ein Schneider zu frieren.&lt;br /&gt;Die Insel ist toll, pittoresk und sauber. Kleine H&amp;auml;uschen dr&amp;auml;ngen sich neben Luxusvillen, und nicht zum ersten Mal denke ich, das eine oder andere Anwesen k&amp;ouml;nnte einem Malfoy als Sommersitz dienen. Wir erklimmen einen Felsen und genie&amp;szlig;en einen traumhaften Blick &amp;uuml;ber das unglaublich blaue Meer. Der Rest des Nachmittags geh&amp;ouml;rt wieder dem Strand - so aktiv ist die Reise denn doch nicht. &lt;br /&gt;Auf der R&amp;uuml;ckfahrt sind wir doch wieder oben, es ist einfach zu sch&amp;ouml;n drau&amp;szlig;en in der Sonne, aber wir haben Gl&amp;uuml;ck. Der Neptun verschont uns mit unerw&amp;uuml;nschten G&amp;uuml;ssen. Auf Les Saintes w&amp;auml;re ich gern noch l&amp;auml;nger geblieben.</content>
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    <title>Guadeloupe: Mountainbiking auf Grande Terre</title>
    <published>2009-05-10T06:54:54Z</published>
    <updated>2009-05-10T06:54:54Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <content type="html">Grande Terre, das ist der flachere Teil der Schmetterlingsinsel, der andere Fl&amp;uuml;gel sozusagen. Dort ist es auch troclener, die Sonne scheint l&amp;auml;nger und h&amp;auml;ufiger. H&amp;auml;tte man da nicht wohnen k&amp;ouml;nnen? ;-)&lt;br /&gt;Bei strahlender Sonne nehmen wir die Bikes in Empfang - unbequem sind sie ja, aber man gew&amp;ouml;hnt sich mit der Zeit an den sportlich krummen Sitz. Tats&amp;auml;chlich sind die Wege oft rauh und ausgefahren mit tiefen Spurrinnen oder Matschl&amp;ouml;chern. Ich begreife, ohne echte Mountainbikes w&amp;auml;ren wir nicht durchgekommen. Was mich erschreckt hat: &amp;Uuml;berall liegt M&amp;uuml;ll herum, auch am Strand. Offenbar fehlt die Weitsicht, da&amp;szlig; man vielleicht nochmal wiederkommen m&amp;ouml;chte und dann wom&amp;ouml;glich nicht im Dreck sitzen mag. Sogar Autobatterien stehen am Stra&amp;szlig;enrand. Das h&amp;auml;tte man in Kuba niemals gesehen.&lt;br /&gt;Von der asphaltierten Stra&amp;szlig;e, die hin und wieder eine willkommene Alternative zum Feldweg ist, er&amp;ouml;ffnet sich uns ein atemberaubender Ausblick auf das Meer und die Steilk&amp;uuml;ste unter uns. Wahnsinn. Solche Farben! Ich h&amp;auml;tte ewig bleiben k&amp;ouml;nnen, nur um jedes Detail der Aussicht in mich aufzunehmen.&lt;br /&gt;Nach einer kleinen Rast an einer wildsch&amp;ouml;nen Strandbucht erreichen wir am sp&amp;auml;ten Nachmittag den Strand, an dem wir in H&amp;auml;ngematten &amp;uuml;bernachten werden. Duschen gibt es nicht (als sich wie durch ein Wunder dann doch noch eine Option ergibt, habe ich mich schon mit meinem ungewaschenen Los abgefunden; schlie&amp;szlig;lich mu&amp;szlig; ich am n&amp;auml;chsten Tag wieder in dieselbe W&amp;auml;sche), daf&amp;uuml;r eine Wrtschaft, in der die K&amp;ouml;chin vor dem Fernseher eine Serie verfolgt. Das Abendessen ist dennoch so reichlich und lecker, da&amp;szlig; ich &amp;uuml;berzeugt bin, die Frau ist eine Hexe. ;-)&lt;br /&gt;Die H&amp;auml;ngematten sind ein Abenteuer, und ich bin &amp;uuml;ber den dicken Schlafsack mehr als dankbar. Der Wind l&amp;auml;&amp;szlig;t hier nie nach.&lt;br /&gt;Viel Schlaf habe ich nicht bekommen, doch ich bin fit und voller Tatendrang am Morgen.&lt;br /&gt;Die Strecke ist kurz, kaum aufgestiegen, sind wir auch schon da, in Beauport, der seinen Namen zu Recht tr&amp;auml;gt. Am meisten fasziniert hat mich allerdings der Friedhof, der mit einer L&amp;auml;nge zum Strand schaut. Ich finde das eine wunderbare Art, den letzten Ruheplatz in das t&amp;auml;gliche Leben zu integrieren. Wer es sich leisten kann, baut kleine Mausoleen, die wie winzige H&amp;auml;uschen wirken. Dahinein werden die S&amp;auml;rge eingelassen und innen, durch ein Gitter getrennt, stehen dann k&amp;uuml;nstliche Blumen, Spr&amp;uuml;che, oft auch Bilder der Verstorbenen. So ein Haus ist oft die Ruhest&amp;auml;tte einer ganzen Familie. &lt;br /&gt;Am sp&amp;auml;ten Nachmittag besuchen wir noch ein Destillerie, dann geht es zum Hotel zur&amp;uuml;ck. Lange habe ich die hei&amp;szlig;e Dusche nicht mehr als solchen Luxus empfunden. Ich sehe, f&amp;uuml;r das echte Outdoorerlebnis mu&amp;szlig; ich noch &amp;uuml;ben.</content>
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    <title>Guadeloupe: Canyoning, Kajak, Vulkan</title>
    <published>2009-05-10T06:37:08Z</published>
    <updated>2009-05-10T14:00:55Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <content type="html">Die erste Nacht ist um f&amp;uuml;nf vorbei, aber ein solcher Jetlag st&amp;ouml;rt eine Lerche nicht sonderlich. Das Pl&amp;auml;tschern drau&amp;szlig;en ist Regen, der sich trotz der Trockenzeit aus einem wolkenverhangenen Himmel ergie&amp;szlig;t. Im Gegensatz zu Kuba scheint Guadeloupe kein ernstes Problem mit Wasserknappheit zu haben.&lt;br /&gt;Durch Regen fahren wir mal auf, dann ab durch kleine Str&amp;auml;&amp;szlig;chen; die Luft riecht feucht und schwer. Als wir aussteigen, h&amp;ouml;rt der Regen auf, daf&amp;uuml;r fallen Myriaden dunkler K&amp;auml;fer &amp;uuml;ber uns her, die zum Gl&amp;uuml;ck nicht stechen, aber munter in Nase und Augen kriechen. Hastig stopfen wir uns in die Neoprenanz&amp;uuml;ge, eifrig darum bem&amp;uuml;ht, die K&amp;auml;fer auszusperren. Heute steht &lt;strong&gt;Canyoning &lt;/strong&gt;auf dem Programm. Dazu tragen wir neben den Anz&amp;uuml;gen Wasserschuhe und unsere Begleiter den Proviant wassersicher in Wasserrucks&amp;auml;cken. Die haben unten viele Auslaufl&amp;ouml;cher - wir k&amp;ouml;nnen uns also schon mal auf was gefa&amp;szlig;t machen. &lt;br /&gt;Durch Regenwald geht es erst eine ganze Weile aufw&amp;auml;rts, um zur Flu&amp;szlig;m&amp;uuml;ndung zu gelangen, ab der es hei&amp;szlig;t, im Flu&amp;szlig; zu laufen, zu schwimmen, sich voranzutasten, zu stolpern...was auch immer. Zu Beginn m&amp;uuml;ssen wir &amp;uuml;ber Felsen ins Flu&amp;szlig;bett springen, denn wir stehen oberhalb des ersten Staupunktes. Hui, ist das Wasser kalt! Trotz des Anzugs wird mir kalt, und das mindert mein Vergn&amp;uuml;gen doch erheblich. Toll ist es ja...nat&amp;uuml;rliche Wasserrutschen in Form kleinerer Wasserf&amp;auml;lle, Spr&amp;uuml;nge aus gro&amp;szlig;er H&amp;ouml;he...aber ich bin aufgrund der K&amp;auml;lte froh, als die Tour zu Ende ist. Dennoch - ein geniales Erlebnis, das auch meine Brille unversehrt &amp;uuml;berstanden hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000994a/"&gt;&lt;img height="240" border="0" width="180" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000994a/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht mehr ganz so genial war das &lt;strong&gt;Meereskajak&lt;/strong&gt; am n&amp;auml;chsten Tag. Ich hab's nicht so mit Lenken und Steuern, und im Zweier, wenn der Partner sich noch d&amp;uuml;mmer anstellt, wird das zum Chaos. Trotzdem haben wir &amp;uuml;berlebt, und die Tour war, mit gen&amp;uuml;gend Abstand betrachtet, eigentlich eine sehr sch&amp;ouml;ne. Vogelinseln, Mangroven, alles ger&amp;auml;uschlos selbst erpaddelt...das hat schon was. Seeigel und -sterne gesehen, von oben und unten na&amp;szlig; geworden, sich das Handgelenk beim Kontakt mit einem Meeresungeheuer verbrannt... darauf h&amp;auml;tte ich allerdings verzichten k&amp;ouml;nnen. Von der dicken Brandblase hatte ich noch lange was - aber zum Gl&amp;uuml;ck sind wir Giftmischer ja bestens ausgestattet, so da&amp;szlig; meine medizinische Versorgung sichergestellt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000ax6a/"&gt;&lt;img height="240" border="0" width="320" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000ax6a/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Prinzipiell toll war das Trekking am &lt;strong&gt;Vulkan La Soufri&amp;egrave;re&lt;/strong&gt;. Noch toller w&amp;auml;re es allerdings gewesen, es h&amp;auml;tte nicht berauf und bergab geregnet. Immerhin war es oben trocken, so da&amp;szlig; man den hei&amp;szlig;en Schwefelatem des Berges vollauf genie&amp;szlig;en konnte. Tats&amp;auml;chlich gibt es neben einem offenen Kegel, der st&amp;auml;ndig hei&amp;szlig;e Luft speit, auch gelbe Felsm&amp;uuml;nder, Fratzen gleich, die wei&amp;szlig;en Dampf aussto&amp;szlig;en, ganz, als wollten sie die ungebetenen Besucher vertreiben. &lt;br /&gt;Der Abstieg war derart wasserreich, da&amp;szlig; kein trockenes Haar mehr an mir war, sogar in den Rucksack war es von hinten hineingelaufen, da konnte der Regenschutz vorn wenig ausrichten. Abends stand ich dann mit geborgtem F&amp;ouml;n und habe Schuhe und Rucksack gef&amp;ouml;nt. Ein Bild f&amp;uuml;r G&amp;ouml;tter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Guadeloupe, zum Ersten</title>
    <published>2009-05-10T06:13:03Z</published>
    <updated>2009-05-10T06:13:03Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <lj:music>Grillengezirpe und Froschlaute</lj:music>
    <content type="html">Aufbruch ins gro&amp;szlig;e Unbekannte&amp;nbsp; - beinahe wenigstens. Immerhin kenne ich den Flughafen Charles de Gaulle in Paris und wei&amp;szlig;, wie gro&amp;szlig; der ist. Trotzdem habe ich dem Reisemenschen geglaubt, der selbstgerecht versichert hat, drei Stunden w&amp;uuml;rden locker zum Umsteigen und Flughafenwechsel nach Orly reichen. Immerhin ist der Experte, und in solche Menschen sollen wir Vertrauen haben. De facto waren es wohl eher zwei Stunden, in denen nicht nur das Gep&amp;auml;ck erst geholt und dann wieder eingecheckt werden UND der Flughafenwechsel erfolgen mu&amp;szlig;te. Freitag in der nachmitt&amp;auml;glichen Rush Hour durch Paris...mehr gestanden, als gefahren. Der Adrenalinspiegel steigt. In Orly nat&amp;uuml;rlich schon zu sp&amp;auml;t, dann ist das Gep&amp;auml;ckband kaputt, totales Chaos. Aber ich schaffe es irgendwie, und mein Gep&amp;auml;ck kommt sogar mit. An den Flug bleibt am Schlu&amp;szlig; eine verschwommene Erinnerung; das mu&amp;szlig; so &amp;auml;hnlich sein, wie eine Geburt. Mittendrin findet man es grausam, aber wenn's vorbei ist, vergi&amp;szlig;t man die Strapazen sofort (oder zumindest in einem sinnvollen Abstand). Warum allerdings gef&amp;uuml;hlte vierzig Franzosen mit ihren zwanzig Kleinkindern neun Stunden in die Ferien fliegen m&amp;uuml;ssen, um dann doch nur am Strand zu sein, wird mir ewig ein R&amp;auml;tsel bleiben. Gut, da&amp;szlig; ich Ohropax dabei hatte.&lt;br /&gt;In Pointe a Pitre ist es schon dunkel, als wir ankommen. Feuchte, tropisch warme Luft empf&amp;auml;ngt mich, ich atme tief und habe das Gef&amp;uuml;hl, nach Hause gekommen zu sein, obwohl es gar nicht Kuba ist. Aber beim ersten Eindruck kann man noch schummeln.&lt;br /&gt;Wir m&amp;uuml;ssen noch ein gutes St&amp;uuml;ck mit dem Auto fahren, und auch im Dunkeln nimmt man einen Teil der Umwelt wahr. Ich bin froh, da&amp;szlig; der Wagen nicht klimatisiert ist und lauer Fahrtwind durch die offenen Fenster hereinweht.&lt;br /&gt;Das Hotel ist sauber und verf&amp;uuml;gt sogar &amp;uuml;ber einen Pool. Leider spricht die Dame an der Rezeption kaum Englisch, aber das, so soll uns der Reiseleiter, der selbst Franzose ist, sp&amp;auml;ter erkl&amp;auml;ren, liegt an dem Mangel an Nachfrage. Die Engl&amp;auml;nder/US-Amis fahren nirgends hin, wo man ihre Sprache nicht spricht, und die Spanier haben gewisserma&amp;szlig;en eigene Kolonien. Nachvollziehbar. M&amp;uuml;de sinke ich nach einer hei&amp;szlig;en Dusche auf mein Bett.</content>
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    <title>Show of Hands</title>
    <published>2009-03-26T12:04:24Z</published>
    <updated>2009-03-26T12:04:24Z</updated>
    <lj:music>Siehe oben ;-)</lj:music>
    <content type="html">&lt;em&gt;Show of Hands&lt;/em&gt;? Nie geh&amp;ouml;rt! So ging es mir auch, bis ich die Konzertank&amp;uuml;ndigung las. &amp;quot;In der Heimat gefeierte Folkband&amp;quot; war unter anderem darin zu lesen. Da&amp;szlig; diese Heimat Gro&amp;szlig;britannien (nein, nicht Schottland, aber immerhin England) ist, gab den endg&amp;uuml;ltigen Ausschlag, sich an einem Mittwochabend nach der Arbeit auf schwierigen Wegen in die Berliner Petruskirche aufzumachen, um den Geheimtipp live zu h&amp;ouml;ren. Ich habe schon einiges an Kirchenkonzerten erlebt (vor Weihnachten in der Passionskirche wurde ich erstmal durchsucht und mu&amp;szlig;te meine Wasserflasche abgeben - nie wieder&lt;em&gt; Corvus Corax&lt;/em&gt;), aber diesmal verlief alles herrlich unproblematisch. Weder mu&amp;szlig;ten wir ewig in der K&amp;auml;lte drau&amp;szlig;en warten, noch behandelte man uns wie potentielle Verbrecher, es gab eine gepflegte &amp;quot;Bar&amp;quot;, und das Klo war auch sauber. &lt;br /&gt;Ganz unpr&amp;auml;tenti&amp;ouml;s betraten die beiden Musiker die B&amp;uuml;hne, gefolgt von einer jungen Dame mit leuchtend rotem Haar, igelfrisiert, nur deutlich l&amp;auml;nger. Ich hatte sie kaum gesehen, da dr&amp;auml;ngte sich mir die Assoziation mit Tonks (Ihr wi&amp;szlig;t schon, die Aurorin aus Harry Potter) derart nachhaltig ins Ged&amp;auml;chtnis, da&amp;szlig; ich den Abend &amp;uuml;ber ganz abgelenkt war. Die Dame ist &lt;a href="http://www.mirandasykes.com/Welcome.html" name="Miranda Sykes"&gt;www.mirandasykes.com/Welcome.html&lt;/a&gt; und geh&amp;ouml;rt nicht offiziell zur Band - was ausgesprochen schade ist. Ihre klare, intensive Stimme harmonierte hervorragend mit denen der M&amp;auml;nner - heraus kam eine Klanggewalt, die sich sehen lassen konnte. Bemerkenswert dabei, da&amp;szlig; (im Gegensatz zu den Leuten der Passionskirche) die Tonmenschen hier ihr Handwerk verstanden - gut abgemischt, nicht zu laut. Allerdings h&amp;auml;tte es der Technik gar nicht bedurft: Immer mal wieder verlie&amp;szlig;en die Musiker die B&amp;uuml;hne, um direkt im Publikum &amp;quot;unplugged&amp;quot; zu spielen - ein Ohrenschmaus, der wieder einmal zeigt, da&amp;szlig; Kunst doch irgendwie von K&amp;ouml;nnen kommt und nicht der der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te S&amp;auml;nger ist, der das lauteste Mikro benutzt.&lt;br /&gt;Fazit: Ein tolles Konzert, gute zwei Stunden voll mit grandiosem Folk - unbedingt zu empfehlen.&lt;br /&gt;Zum Gucken: &lt;a href="http://www.showofhands.co.uk/"&gt;www.showofhands.co.uk/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Slumdog Millionaire</title>
    <published>2009-03-22T16:20:25Z</published>
    <updated>2009-03-22T16:20:25Z</updated>
    <category term="filmkritik"/>
    <lj:music>Love is just a four letter word/Joan Baez</lj:music>
    <content type="html">Kennt jemand das Buch von Vikas Swarup &amp;quot;Rupien!Rupien!&amp;quot;? Eher nein? Nun, der Film, der gleich acht Oscars gewann, beruht auf der Geschichte, die in diesem Buch erz&amp;auml;hlt wird. Sie ist allerdings zugunsten von Action und Verfilmbarkeit (und vermutlich auch Filmlaufzeit) ver&amp;auml;ndert worden, so da&amp;szlig; einem viel entgeht, wenn man nicht beides kennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Kurz zum Inhalt:&lt;/span&gt; Der junge, ungebildete Kellner Jamal (im Buch Ram) wird bei der indischen Variante von &amp;quot;Wer wird Million&amp;auml;r&amp;quot; Sieger - und sofort nach der Show verhaftet. Er mu&amp;szlig; ein Betr&amp;uuml;ger sein, niemals kann der arme &amp;quot;Slumdog&amp;quot; alle Antworten gewu&amp;szlig;t haben. Bei der Polizei erz&amp;auml;hlt er, warum er ganz genau die Antworten auf die Fragen kannte. Bisweilen am&amp;uuml;sante, meist jedoch schmerzliche, dramatische und immer bewegende Erlebnisse f&amp;uuml;hrten zu dem Wissen, das n&amp;ouml;tig war, um diese oder jene Aufgabe richtig zu l&amp;ouml;sen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Film besticht durch seine Bilder, seine zum Teil unverholene Gewalt und seine scharfsinnige Kameraf&amp;uuml;hrung. Geschickt werden &amp;Uuml;berleitungen platziert, wird aber auch intensiv um das Mitgef&amp;uuml;hl des Zuschauers geworben. Tats&amp;auml;chlich gibt es einige Szenen, die f&amp;uuml;r Zartbesaitete problematisch werden k&amp;ouml;nnten.&lt;br /&gt;Die Wendungen, die Jamals Leben im Film nimmt, sind ein wenig anders, als die im Buch. Sie sind dramatischer, weniger subtil, aber nicht minder eindrucksvoll und, ja, fesselnd.&lt;br /&gt;Am Schlu&amp;szlig; f&amp;uuml;hlt man sich ein wenig fremd im bequemen Kinosessel. Eben noch war man im fernen Indien, konnte die Hitze und Ger&amp;uuml;che sp&amp;uuml;ren, war ganz eingetaucht in das Schicksal des kleinen Kellners aus Mumbay. Und dann ist man zur&amp;uuml;ck und wei&amp;szlig; nicht, soll man jubeln, seufzen, weinen, lachen? Oder alles auf einmal? &lt;br /&gt;Unbedingt ansehen (und gern auch lesen, um in beide Gen&amp;uuml;sse zu kommen), mehr bleibt nicht zu sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Link zum &lt;a rel="nofollow" class="postlink" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Slumdog_Million%C3%A4r"&gt;Film&lt;/a&gt; und &lt;a rel="nofollow" class="postlink" href="http://www.amazon.de/Rupien-Roman-slumdog-million%C3%A4r/dp/3462037382/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books&amp;amp;qid=1237738020&amp;amp;sr=1-1"&gt;Buch&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>"Ethical dilemma"</title>
    <published>2009-01-27T12:01:28Z</published>
    <updated>2009-01-27T12:02:25Z</updated>
    <lj:music>Wishmaster/Nightwish</lj:music>
    <content type="html">Diejenigen unter Euch, die mich n&amp;auml;her kennen, wissen es schon - seit Anfang Januar bin ich stolzes Mitglied der Royal Pharmaceutical Society of Great Britain. Was mir das bringt? Nun, zun&amp;auml;chst einmal eine eindrucksvolle Urkunde, die mit Werbebl&amp;auml;ttern f&amp;uuml;r stilvolle Rahmenhersteller versandt wird. ;-) Dann aber, und davon m&amp;ouml;chte ich erz&amp;auml;hlen, eine Art Mitgliedszeitschrift, in der die neuesten Wirkstoffe, Standespolitik und Tipps und Tricks diskutiert werden. Da gibt es auch eine Rubrik mit dem klingenden Namen &amp;quot;Ethical dilemma No....&amp;quot;, in dem &amp;uuml;ber die Herangehensweise zu vorgestellten Problemen aus dem Apothekenalltag per Mail abgestimmt wird.&lt;br /&gt;Das neueste &amp;quot;Dilemma&amp;quot; verbl&amp;uuml;ffte mich derart, da&amp;szlig; ich Euch teilhaben lassen m&amp;ouml;chte und mich freue, wenn jemand hier seine Meinung kundtut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage lautete: Es wird ein Rezept &amp;uuml;ber ein Antibiotikum eingel&amp;ouml;st. Die sechzehnj&amp;auml;hrige Patientin wird von ihrer Mutter begleitet. Beim Check (Kundenkarte im Computer) stellen Sie fest, da&amp;szlig; das M&amp;auml;dchen die Pille nimmt. Wie verhalten Sie sich?&lt;br /&gt;A) Sie bitten um ein Gespr&amp;auml;ch unter vier Augen mit der Sechzehnj&amp;auml;hrigen, um sie allein &amp;uuml;ber die m&amp;ouml;gliche Interaktion Pille-Antibiotikum aufzukl&amp;auml;ren.&lt;br /&gt;B) Sie sprechen ganz offen dar&amp;uuml;ber in Anwesenheit der Mutter.&lt;br /&gt;C) Sie sagen nichts, denn der Arzt wird ja sicher auf die m&amp;ouml;gliche Interaktion hingewiesen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich h&amp;auml;tte, ohne &amp;uuml;berhaupt jemals dar&amp;uuml;ber nachzudenken, &lt;strong&gt;nat&amp;uuml;rlich &lt;/strong&gt;Antwort B gew&amp;auml;hlt. Ich meine, wann leben wir denn, da&amp;szlig; die Pilleneinnahme ein Geheimnis sein m&amp;uuml;&amp;szlig;te? Ist das im Vereinigten K&amp;ouml;nigreich anders? Ganz offensichtlich in manchen Regionen ja schon, sonst h&amp;auml;tte niemand diese &amp;quot;Geschichte aus dem Leben&amp;quot; eingesandt und w&amp;auml;re damit ernstgenommen worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neugierig w&amp;auml;re ich, wie Ihr das seht. Bin ich nur zu &amp;quot;medizinisch verdorben&amp;quot; und hauptstadtnah aufgewachsen, um etwas dabei zu finden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gespannte Gr&amp;uuml;&amp;szlig;e!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Eingeheizt</title>
    <published>2009-01-04T16:41:24Z</published>
    <updated>2009-01-04T16:41:24Z</updated>
    <lj:music>Dark chest of wonders/Nightwish</lj:music>
    <content type="html">Es ist Winter. Zwar nicht mehr so kalt, daf&amp;uuml;r schneit es hier seit zwei Tagen mehr oder minder ununterbrochen. Was k&amp;ouml;nnte es da f&amp;uuml;r einen besseren Zeitpunkt geben, sich eine F&amp;uuml;hrung anzuh&amp;ouml;ren mit dem klangvollen Namen &amp;quot;Wie heizte man dem Kaiser ein?&amp;quot; - zu erleben im Neuen Palais von Potsdam. F&amp;uuml;r mich als immerw&amp;auml;hrende Frostbeule besonders nettes Detail: &amp;quot;Das Schlo&amp;szlig; ist nicht beheizt&amp;quot;. ;-)&lt;br /&gt;Los ging es in einer der insgesamt sieben Bibliotheken des Kaisers (die, h&amp;ouml;chst interessant, an allen Residenzen gleich best&amp;uuml;ckt und aufgebaut waren, so da&amp;szlig; man gewisserma&amp;szlig;en nur an die betreffende Stelle im Regal greifen mu&amp;szlig;te, um das in beispielsweise Sansscouci begonne Buch in Breslau weiterzulesen) - naturtemperiert mit einer genialen Ofendeko eines sich windenden Drachen. Das Prachtst&amp;uuml;ck wurde allerdings nie angeschlossen. Beim Streifzug durch weitere Nebengelasse (G&amp;auml;stewohnungen mit je 11 Zimmern - luxuri&amp;ouml;s, luxuri&amp;ouml;s) erfuhr man dann, da&amp;szlig; sich die kleineren R&amp;auml;ume auch mit besten Methoden bei Null Grad Au&amp;szlig;entemperatur auf maximal 18 Grad Celsius aufheizen lie&amp;szlig;en. Im gro&amp;szlig;en Marmorsaal erreichte man allenfalls 16 Grad - da war bei B&amp;auml;llen dann ausgiebiges Tanzen unabdingbar. Die Kamine dienten dabei mehr der Lichtspende denn der W&amp;auml;rme, waren jedoch zweifellos eindrucksvoll verziert und erinnerten den HP-Verdorbenen gleich an potentielle Reisem&amp;ouml;glichkeiten.&lt;br /&gt;&amp;Uuml;ber all die Jahre haben sich Geb&amp;auml;ude und Interieur &amp;uuml;brigens an den Wechsel von jahreszeitlich bedingtem Kalt und Warm gew&amp;ouml;hnt. Daher mu&amp;szlig; auch jetzt im Winter nicht geheizt werden. Lediglich die Luftfeuchte wird k&amp;uuml;nstlich bei rund 55% gehalten.&lt;br /&gt;Die B&amp;auml;der waren, man glaubt es kaum, ziemlich unspektakul&amp;auml;r und gar nicht prachtvoll, was an einer schon damals existierenden &amp;quot;Denkmalschutzordnung&amp;quot; lag - an die sich auch der Kaiser zu halten hatte. &lt;br /&gt;Wirklich besonders aber war der Ausflug in die weitl&amp;auml;ufigen Kellergew&amp;ouml;lbe des Schlosses, die man sonst wahrlich nicht zu Gesicht bekommt. Dort verschaffte ein Blick auf verschiedene &amp;Ouml;fen (wahre Monster) einen Eindruck in die logistische und technische Meisterleistung, einen Prunkbau mit rund 600 R&amp;auml;umen zu beheizen. Verschiedene, voneinander unabh&amp;auml;ngige Heizkreise sorgten dabei daf&amp;uuml;r, da&amp;szlig; je nach Nutzung der R&amp;auml;umlichkeiten getrenntes Erw&amp;auml;rmen m&amp;ouml;glich war. Die aufgeheizte Luft wurde durch Rohre in die Zimmer geleitet, wo sie aus entsprechenden &amp;Ouml;ffnungen als Warmluft entweichen konnte. Besonders sch&amp;ouml;n: ein &amp;quot;warmluftspeiender&amp;quot; Drache als &amp;Ouml;ffnung. (Sowas k&amp;ouml;nnte man sich auch gut auf Malfoy Manor vorstellen. Mu&amp;szlig; ich mir vormerken. ;-))&lt;br /&gt;Zahlen, die staunen lie&amp;szlig;en: Bei normalem Betrieb (also ohne G&amp;auml;ste, B&amp;auml;lle oder sonstige Ereignisse) verheizte man am Tag (!) 30 Tonnen Steinkohle - sonst locker das Doppelte. In den riesigen Kelleranlagen konnte man den Bedarf f&amp;uuml;r durchschnittlich drei Monate lagern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Blick auf den monstr&amp;ouml;sen Badeofen, der allein dazu diente, das Badewasser f&amp;uuml;r die Kaiserin zu erw&amp;auml;rmen und dem Hineinschauen in den Gang, der von den &amp;quot;Communs&amp;quot;, also den Wirtschaftsr&amp;auml;umen/K&amp;uuml;che zum Schlo&amp;szlig; f&amp;uuml;hrte (die K&amp;uuml;che war ausgelagert), endete dieser h&amp;ouml;chst ungew&amp;ouml;hnliche Ausflug in die Geschichte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Sehr unterhaltsam, sehr lohnend. Jederzeit wieder.</content>
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    <title>Geographie</title>
    <published>2008-12-11T14:17:14Z</published>
    <updated>2008-12-11T14:17:14Z</updated>
    <lj:music>Dreizehn Feen/Die Irrlichter</lj:music>
    <content type="html">Am Montag bestieg ich voller Vertrauen in den Erfindungsreichtum der Muggel ein Flugzeug. Immerhin ist es aktuell ja ein bi&amp;szlig;chen frisch, um die Strecke Berlin-Mannheim auf dem Besen (oder einem Fliegenden Teppich) zur&amp;uuml;ckzulegen. Und wer sich wundert, da&amp;szlig; Mannheim einen Flughafen hat, bitte sehr, man lernt nie aus. ;-)&lt;br /&gt;&amp;Uuml;ber den Wolken erstrahlte noch ein Restchen Sonne, und beim Hinunterschauen gab es flauschweiche Wolkenberge zu sehen. Kurz vor Mannheim hie&amp;szlig; es dann ziemlich &amp;uuml;berraschend, man k&amp;ouml;nne wegen &amp;quot;schlechten Wetters&amp;quot;, das sich als Nebel entpuppte, nicht landen und w&amp;uuml;rde nach Saarbr&amp;uuml;cken weiterfliegen, von wo uns ein Bus zur&amp;uuml;ck zum eigentlichen Orte bringen sollte. Auf meine vorsichtige Frage, wieviel Zeit da einzuplanen w&amp;auml;re, hie&amp;szlig; es abwiegelnd, keinesfalls mehr als eine gute Stunde. Ich gestehe, ich hatte keine Ahnung, wie weit Saarbr&amp;uuml;cken von Mannheim entfernt ist, aber als wir dann in dichtem Nebel und v&amp;ouml;lliger Dunkelheit auf ein Stra&amp;szlig;enschild trafen, auf dem 153km stand, durfte man sicher sein, nur der Fahrende Ritter w&amp;uuml;rde in einer &amp;quot;guten Stunde&amp;quot; diese Distanz &amp;uuml;berwinden. Immerhin, man bem&amp;uuml;hte sich, und irgendwann erreichte ich doch den urspr&amp;uuml;nglichen Bestimmungsort, der tats&amp;auml;chlich in dichtem Nebel lag. Was mir da erz&amp;auml;hlt wurde, lie&amp;szlig; die kleine Rundreise doch in etwas anderem Lichte erscheinen: Zu der erwarteten Ankunftszeit, als wohl noch nicht klar war, ob der Pilot doch w&amp;uuml;rde landen m&amp;uuml;ssen, wurden drei (!) Feuerwehren auf die Landebahn beordert, um einem etwaigen Ungl&amp;uuml;ck rasch begegnen zu k&amp;ouml;nnen. Schluck'. Sp&amp;auml;ter haben wir erfahren, da&amp;szlig; erstens nicht jeder Pilot eine &amp;quot;Blindfluglizenz&amp;quot; hat (um trotzdem im Nebel zu landen) und zweitens nicht jeder Flughafen ausreichende &amp;quot;Ausstattung&amp;quot;, um solche schwierigen Landungen zu unterst&amp;uuml;tzen.&lt;br /&gt;Der R&amp;uuml;ckflug war vergleichsweise unspektakul&amp;auml;r, daf&amp;uuml;r hatte ich eine wunderbare Zeit bei einer hochgesch&amp;auml;tzten, lieben Freundin. Schade, da&amp;szlig; gute Tage immer viel zu schnell vergehen.</content>
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    <title>Mittelalterlich Weihnachtsspectaculum</title>
    <published>2008-11-30T15:59:42Z</published>
    <updated>2008-11-30T15:59:42Z</updated>
    <lj:music>Nun komm, der Heiden Heiland/Horch</lj:music>
    <content type="html">Irgendwie vermi&amp;szlig;t man sie ja doch im Winter: die (guten) Mittelalterm&amp;auml;rkte, die gewandeten Besucher, das Entschweben in eine andere, nat&amp;uuml;rlich nicht historisch korrekte Welt. Umso interessanter fand ich die Ank&amp;uuml;ndigung eines &amp;quot;mittelalterlichen Weihnachtsmarktes mit siebzig H&amp;auml;ndlern und St&amp;auml;nden, ohne Eintritt&amp;quot;. Da sich gerade die M&amp;ouml;glichkeit ergeben hatte, beschlo&amp;szlig; ich denn, meine Wanderlust auszuleben und mich nach Telgte (bei M&amp;uuml;nster)&amp;nbsp;aufzumachen, um mir das mal pers&amp;ouml;nlich anzusehen. Telgte ist &amp;uuml;berschaubar klein, nicht h&amp;uuml;bsch, nicht h&amp;auml;&amp;szlig;lich, aber ich war ja nicht wegen der Stadt gekommen. Meine &amp;Uuml;bernachtung erwies sich, wie vorhergesehen, als sehr, sehr b&amp;uuml;rgerlich, die Sorte, die goldfarbene Bilderrahmen hat und ebensolche Gardinenstangen, aber durchaus mit Liebe zum Detail eingerichtet und bis auf die muchtige Auslegware im Zimmer sehr sauber. Das Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck war, um es gleich vorwegzunehmen, eine Freude. Da h&amp;auml;tte sich das &amp;quot;Valle Aridane&amp;quot; in Los Llanos noch mehr als eine Scheibe abschneiden k&amp;ouml;nnen. &lt;br /&gt;Der Markt war leicht zu finden, ist ja auch alles winzig und locker zu Fu&amp;szlig; zu erreichen. Gegen 14.00 Uhr war es &amp;uuml;berraschend leer, und mir taten schon die H&amp;auml;ndler leid, die mehr im eigenen Saft kochten, als gro&amp;szlig; etwas zu verkaufen, aber das Ambiente war dennoch nett, nicht so nervig rummelm&amp;auml;&amp;szlig;ig, wie man es leider oft von Weihnachtsm&amp;auml;rkten kennt. Bis etwa 16.14 Uhr hielt ich es aus, allerdings nur mit hei&amp;szlig;em Met und Amarettopunsch. Es gab leckere Trockenfr&amp;uuml;chte vom immerguten Dattelschlepper, wundervoll duftenden Seifen, k&amp;ouml;stlichen Honig und nat&amp;uuml;rlich &amp;quot;allerley&amp;quot; Schmuck (diesmal eher weniger als mehr sch&amp;ouml;n), Kleidung und &amp;quot;Fressereyen&amp;quot;. Genial das Badehaus, in dem doch tats&amp;auml;chlich drei Leute im hei&amp;szlig;en Zuber sa&amp;szlig;en und &amp;quot;Spannertaler willkommen&amp;quot; hie&amp;szlig;en. Echt &amp;quot;Weihnachtliches&amp;quot; gab es dagegen wenig, nur ist das bei den konventionellen M&amp;auml;rkten auch nicht anders, und mich st&amp;ouml;rte es nicht. &lt;br /&gt;Da ich bei Dunkelheit noch einmal wiederkommen wollte, um die ganz andere Atmosph&amp;auml;re zu genie&amp;szlig;en, balancierte ich auf Eisf&amp;uuml;&amp;szlig;en erstmal in die Unterkunft, mich aufw&amp;auml;rmen. &lt;br /&gt;Gegen 19.00 Uhr brach ich dann nochmals auf, diesmal noch zus&amp;auml;tzlich den langen Umhang &amp;uuml;ber meinem langen Mantel. Herrlich warm und wie f&amp;uuml;reinander gemacht. Ich frage mich immer wieder, was die moderne Zivilisation getan hat, um den Modewechsel auszugleichen.&lt;br /&gt;Schon beim Gehen waren mir wahre Horden begegnet,&amp;nbsp; die vermutlich nach Mittagsruhe und Nachmittagskaffee dem Markt zustrebten. Jetzt war es wirklich voll. Die gro&amp;szlig;e Wiese erhellten allerorten Fackeln und Feuer, und die kerzenbeleuchteten St&amp;auml;nde wirkten pl&amp;ouml;tzlich geheimnisvoll und viel anziehender als bei Tage. Ohne Stativ kann man Fotos bei dem Schwachlicht leider vergessen, der Anblick jedoch bleibt einem im Ged&amp;auml;chtnis - irgendwie magisch, von jener seltsamen Faszination, die Feuer in absoluter Dunkelheit ausstrahlt. &lt;br /&gt;Ich h&amp;auml;tte noch l&amp;auml;nger bleiben m&amp;ouml;gen, aber bei der K&amp;auml;lte h&amp;auml;lt man es trotz dicker Wolle nur eine begrenzte Zeit drau&amp;szlig;en aus. Die Pl&amp;auml;tze an den Feuern waren selbstredend h&amp;ouml;chst begehrt.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Fazit: &lt;/em&gt;Sehr lohnenswert, schade, da&amp;szlig; man nicht n&amp;auml;her dran wohnt, um n&amp;auml;chstes WE nochmal hinzugehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>La Palma - Sonne, Vulkane, Kanarische Kiefern</title>
    <published>2008-11-30T15:31:12Z</published>
    <updated>2008-11-30T15:31:12Z</updated>
    <category term="reisebericht"/>
    <lj:music>Xandinha/Cesaria Evora</lj:music>
    <content type="html">Wie einigen gesch&amp;auml;tzen Leser/innen, Freunden und Bekannten hinl&amp;auml;nglich versprochen, hier nun endlich ein kleiner Reisebericht. Es ist zwar schon wieder vier lange Wochen her, da&amp;szlig; ich in Urlaub war, aber die Erinnerung f&amp;uuml;hlt sich frisch an, wach wie ein kleines Tier, das nur darauf wartet, umherzuspringen.&lt;br /&gt;Es war eine organisierte Reise, nicht, weil ich mich so gern in Gruppengesellschaft bewege (meine Tr&amp;auml;nkemeisterseele w&amp;uuml;nscht sich eher das Gegenteil), sondern weil ich es sch&amp;auml;tze, nicht alles selbst heraussuchen und buchen zu m&amp;uuml;ssen und weil ich wirklich viel wandern, mich bewegen wollte. Die An- und vor allem Abreise &amp;uuml;ber Hannover und N&amp;uuml;rnberg war &amp;uuml;belst - das geh&amp;ouml;rt zu den Dingen, die ich nie wieder machen w&amp;uuml;rde und die man als Individualtouri nat&amp;uuml;rlich h&amp;auml;tte anders planen k&amp;ouml;nnen. Der Rest war (bis auf das Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck im Hotel, das lie&amp;szlig; doch arg zu w&amp;uuml;nschen &amp;uuml;brig, jedenfalls, wenn man wie ich gern fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ckt und dabei Auswahl sch&amp;auml;tzt) Spitzenklasse.&lt;br /&gt;Angekommen in der kleinen Hauptstadt Santa Cruz begr&amp;uuml;&amp;szlig;te uns ein ziemlich grauer Himmel; es hatte gerade aufgeh&amp;ouml;rt zu regnen. Ich gebe zu, ich war entt&amp;auml;uscht. Aber unsere charismatische Reiseleiterin meinte l&amp;auml;chelnd, wir sollten nur abwarten, kaum, da&amp;szlig; man den Tunnel verlassen habe, w&amp;uuml;rde die Sonne scheinen. Und wirklich, das vorhergesagte Wunder traf ein: in grauen Wolken rein in den Tunnel, der durch die Berge f&amp;uuml;hrt, auf der anderen Seite strahlendes Blau und eine Sonne, wie ich sie mir ertr&amp;auml;umt hatte. &amp;Uuml;ber den Bergen konnte man die Wolken sehen, die schwer und grau darin hingen. Faszinierend.&lt;br /&gt;Die folgenden Tage gab es dann gen&amp;uuml;gend Zeit, die Sch&amp;ouml;nheit der Insel mit ihren v&amp;ouml;llig verschiedenen Landschaften zu erkunden. Insgesamt acht Wanderungen, verteilt auf vierzehn Tage - da blieb gen&amp;uuml;gend Zeit f&amp;uuml;r eigene Aktivit&amp;auml;ten, aber man wurde auch gefordert. Das Wahnsinnsgef&amp;uuml;hl, einfach nur laufen zu k&amp;ouml;nnen, die kakteenreiche Natur in sich aufzunehmen, die W&amp;auml;rme zu sp&amp;uuml;ren, schweigen zu d&amp;uuml;rfen - ich h&amp;auml;tte springen k&amp;ouml;nnen vor Euphorie. &lt;br /&gt;Im Laufe der Zeit erwanderten wir vulkanische Mondlandschaften, durchstreiften gr&amp;uuml;ne Kiefernw&amp;auml;lder, erklommen luftige H&amp;ouml;hen, in denen es l&amp;auml;ngst nicht mehr so warm war, wie ich thermophiles Wesen es mir gew&amp;uuml;nscht h&amp;auml;tte. Jacke an, Jacke aus - das war eine meiner h&amp;auml;ufigsten Handlungen, vom Fotografieren abgesehen.&lt;br /&gt;Die H&amp;ouml;hepunkte bildeten die Wanderungen in der Caldera de Taburiente (um die sechs Stunden Gehzeit, l&amp;auml;ngere Strecke im Flu&amp;szlig;bett - blo&amp;szlig; gut, da&amp;szlig; der Flu&amp;szlig; wenig Wasser f&amp;uuml;hrte) und nat&amp;uuml;rlich die &amp;quot;Ruta de los volcanes&amp;quot;, die gro&amp;szlig;e Vulkanroute. Letztere war vor allem wetterm&amp;auml;&amp;szlig;ig eine echte Herausforderung, da man die ersten drei Stunden in wildem Sturm und dichtem Nebel gehen mu&amp;szlig;te, von Aussicht keine Spur. Erst am h&amp;ouml;chsten Punkt, Las Deseadas, ri&amp;szlig; es pl&amp;ouml;tzlich auf. In h&amp;ouml;chster Konzentration gegen den Wind gestemmt, gelang es mir, von dem atemberaubenden Blick unter wei&amp;szlig;en Wolkenfetzen hinunter ins Tal Fotos zu machen und zwar so, da&amp;szlig; weder die Kamera noch ich Schaden nahmen. Sekundenlang erschien sogar der Teide &amp;uuml;ber den Wolken - was f&amp;uuml;r ein Erlebnis, bedenkt man, da&amp;szlig; Teneriffa doch ziemlich weit entfernt ist.&lt;br /&gt;Nach dieser ersten Wetterbesserung war der Bann gebrochen - von nun an wurde es stetig w&amp;auml;rmer, und bald f&amp;uuml;hrte unser Weg unter stahlblauem Himmel weiter nach S&amp;uuml;den. Eine au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnliche Tour.&lt;br /&gt;An den freien Tage wurde entweder nochmals freiwillig gewandert (ja, man kann irgendwie s&amp;uuml;chtig werden ;-)), sich am schwarzen Lavastrand gesonnt bzw. in einem Caf&amp;eacute; geschattet oder die Hauptstadt besucht. Santa Cruz de La Palma ist allerdings schnell gesehen - nicht umsonst gilt Los Llanos de Aridane, wo wir wohnten, als heimliche Inselmetropole.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich h&amp;auml;tte noch mindestens eine Woche bleiben m&amp;ouml;gen, aber irgendwann mu&amp;szlig; man ja immer zur&amp;uuml;ck. Leider. Am Abflugtag erlebten wir nochmals das Ph&amp;auml;nomen des rasanten Wetterumschwungs. Den Flughafen betraten wir bei sommerblauem Himmel; in der Wartehalle sahen wir es drau&amp;szlig;en st&amp;uuml;rmen und gie&amp;szlig;en. Ein aus Frankfurt ankommenden Flug kam gar nicht, sondern wurde nach Teneriffa umgeleitet. Wir durften abfliegen, zur&amp;uuml;ck in ein ziemlich kaltes, nasses Deutschland.&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Fazit: &lt;/em&gt;La Palma ist toll, wenn man gern wandert und in der Natur ist, und auch wenn die anderen Kanareninseln &amp;auml;hnlich sind, lohnt es sicher, noch mindestens eine zweite zu besuchen. La Gomera w&amp;auml;re das in meinem Falle. Vielleicht schon n&amp;auml;chstes Jahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/00007703/"&gt;&lt;img height="214" width="320" border="0" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/00007703/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt; Gro&amp;szlig;e Vulkanroute, Wetterbesserung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000879h/"&gt;&lt;img height="214" width="320" border="0" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/0000879h/s320x240" alt="" /&gt;&lt;/a&gt; Blick von der K&amp;uuml;stenpromenade Sta. Cruz&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Reif für die Insel</title>
    <published>2008-10-13T13:09:06Z</published>
    <updated>2008-10-13T13:09:06Z</updated>
    <content type="html">Morgen geht es los - zwei Wochen La Palma, die gr&amp;uuml;ne Insel der Kanaren. Abgesehen von der An- und Abreiseodyssee (Wer w&amp;uuml;rde guten Gewissens von Hannover nach N&amp;uuml;rnberg fliegen, um von dort nach La Palma zu starten, wenn er in der N&amp;auml;he der Hauptstadt wohnt? Genau, eigentlich keiner. Lange Geschichte...) freue ich mich wie das sprichw&amp;ouml;rtliche Honigkuchenpferd, endlich mal rauszukommen, Sonne zu tanken und mich sportlich zu fordern. &lt;br /&gt;Die Sachen sind gepackt, nun hoffe ich, da&amp;szlig; der Zug morgen fr&amp;uuml;h ausnahmsweise mal p&amp;uuml;nktlich ist und mein Gep&amp;auml;ck keine Umleitung nimmt.&lt;br /&gt;Wer wissen will, wo ich wohnen darf, der schaue hier:&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.hotelvallearidane.com/"&gt;http://www.hotelvallearidane.com/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis die Tage!</content>
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    <title>Lyrisches</title>
    <published>2008-09-07T13:44:09Z</published>
    <updated>2008-09-07T13:44:09Z</updated>
    <content type="html">  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Der Mond&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde.&lt;br /&gt; Du sagst, du drehst dich um mich.&lt;br /&gt; Ich wei&amp;szlig; es nicht, ich wei&amp;szlig; nur, da&amp;szlig; ich werde&lt;br /&gt; In meinen N&amp;auml;chten hell durch dich.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde.&lt;br /&gt; Sie sagen, du ver&amp;auml;nderst dich.&lt;br /&gt; Allein du &amp;auml;nderst nur die Lichtgeb&amp;auml;rde&lt;br /&gt; und liebst mich unver&amp;auml;nderlich.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt;&amp;nbsp;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde.&lt;br /&gt; Nur mein Erdschatten hindert dich,&lt;br /&gt; Die Liebesfackel stets am Sonnenherde&lt;br /&gt; Zu z&amp;uuml;nden in der Nacht f&amp;uuml;r mich&lt;span style="font-size: 13.5pt;"&gt;.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;br /&gt;Eines der sch&amp;ouml;nsten Liebesgedichte von Friedrich R&amp;uuml;ckert, wie ich finde und von Dunkelsch&amp;ouml;n zu einer Ballade von ergreifender Zartheit vertont.&lt;br /&gt;</content>
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    <title>Wechselwarm</title>
    <published>2008-09-04T12:48:26Z</published>
    <updated>2008-09-04T12:48:26Z</updated>
    <lj:music>Liebster/Dunkelschön</lj:music>
    <content type="html">Nach dem ganz und gar herbstlichen Regengu&amp;szlig; von gestern, der p&amp;uuml;nktlich zum Feierabend einsetzte und die ganze Nacht andauerte, begann der Morgen heute mit stahlblauem Himmel und Sonnenschein und - eisigen Temperaturen. Genaugenommen klassifizieren neuneinhalb Grad nicht f&amp;uuml;r &amp;quot;eisig&amp;quot;, aber wenn man beim Radfahren das Gef&amp;uuml;hl hat, nicht von der Stelle zu kommen, die Luft wie mit Nadeln sticht und H&amp;auml;nde und Ohrmuscheln kleidsames Signalrot anlegen, dann ist klar: Der Sommer ist vorbei. Ich f&amp;uuml;hle mich in solchen F&amp;auml;llen klassisch wechselwarm; drau&amp;szlig;en verlangsamen sich meine Bewegungen, erstarren gef&amp;uuml;hlterweise, aber kaum bringt man mich in eine warme Umgebung, taue ich wieder auf. Was Eidechsen wohl denken, wenn sie auf warmen Steinen Sonne tanken? &lt;br /&gt;Fakt ist, f&amp;uuml;r mich, einem h&amp;ouml;chst thermophilen Tierchen, bricht jetzt die unangenehme Zeit an, die sich in Qual wandelt, wenn es morgens und abends fr&amp;uuml;h dunkelt und nur noch na&amp;szlig; und kalt ist. Zum Gl&amp;uuml;ck steht mir noch ein Urlaub auf La Palma, der gr&amp;uuml;nen Kanareninsel, bevor. Im Oktober. Kann man als S&amp;auml;ugetier Sonne speichern? ;-)</content>
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    <title>Regenbogenland, zum Dritten</title>
    <published>2008-08-25T18:39:56Z</published>
    <updated>2008-08-25T18:39:56Z</updated>
    <content type="html">Am 23.08.08 ist Fritzi gestorben - Welli Fritz, gerettet aus schlechter Haltung, der sich von einem verstörten, gerupften Vogel zu einem kuscheligen, aber eigenwilligen Volierenbewohner entwickelte, der sich in den Kumpel Tschipie verliebte und nicht von ihm zu trennen war. Seit Mai laborierte er an einer Nierenerkrankung herum, aber die vogelkundliche Tierärztin gab ihn nicht auf. Mit unendlicher Liebe und guten Mixturen päppelten wir ihn, so daß er sich deutlich erholte und bis vor ein paar Tagen munter und zufrieden lebte. Dann jedoch zeigte er alle Zeichen eines deutlich kranken Vogels, und der Sonnabend brachte die traurige Gewißheit: Nierenversagen. Das Tier nicht einzuschläfern, wäre unverantwortlich. Es ist hart, so eine Entscheidung zu treffen, aber was immer tröstet, ist das Wissen, daß er er es in den letzten zwei Jahren gut hatte.&lt;br /&gt;Fritzi weilt jetzt bei Sonny, Cher und Welli Wuschel im Regenbogenland, aber hier vermißt man ihn schmerzlich. Sein Partner allerdings, der erst nächste Woche zur Züchterin auf Braut- oder Bräutigamschau kann, nimmt derzeit, was er kriegen kann: Tweety, seines Zeichens eigentlich bereits verpaart. Das zugehörige Weibchen guckt böse und meckert. ;-)</content>
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    <title>Elegy</title>
    <published>2008-08-16T19:00:50Z</published>
    <updated>2008-08-16T19:00:50Z</updated>
    <category term="filmkritik"/>
    <lj:music>To Bobby/ Joan Baez</lj:music>
    <content type="html">Die Literaturverfilmung Roths "The Dying Animal" in Starbesetzung wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal ich ohnehin gern Ben Kingsley, noch lieber aber Penélope Cruz mit ihren Augen wie Obsidian und Brauen dunkel wie Rabenschwingen auf der Leinwand anschaue. &lt;br /&gt;Ein alternder, aber nicht alt wirkender Literaturprofessor, der dem Leben und seinen Gegebenheiten mit gesundem Zynismus gegenübersteht und immer gestanden hat, verliebt sich in seine Studentin. Er war einmal verheiratet, was ihm einen Sohn eingebracht hat, der ihm noch immer zürnt, weil der Vater damals die Familie verließ. Seither gab es viele, fast ausschließlich junge Frauen in des Alten Leben, aber mit keiner wurde je mehr daraus. "Consuela" ist anders, in sie verliebt er sich tiefer und inniger, als er es selbst je für möglich gehalten hätte, zerstört jedoch recht bald die Beziehung durch seine Art, sich nicht festlegen zu wollen. Er schiebt das Alter vor, aber es wird deutlich, daß einzig er es ist, an dem es nagt.&lt;br /&gt;"Hast du jemals an eine Zukunft mit mir gedacht?" Schweigen.&lt;br /&gt;Diese Art der Oberflächlichkeit macht ihn zwar frei, aber auch unendlich einsam, was ihn jedoch erst zu bedrücken beginnt, als sein bester Freund, mit dem er über alles sprechen konnte, stirbt.&lt;br /&gt;Er lebt sein Leben weiter, hält die Vorlesungen an der Uni, aber im Grunde ist er leer - doch deshalb nicht weniger zynisch. &lt;br /&gt;Am Silvesterabend kommt Consuela zurück, um ihm zu eröffnen, daß sie Krebs hat und bittet ihn, dessen Hobby Fotografie ist, sie noch einmal in ihrem schönen Körper zu fotografieren - bevor OPs und Chemo ihn zerstören.&lt;br /&gt;Diese Szene hat etwas Bewegendes, mehr, als der Schluß, in dem er nach der OP an ihrem Bett sitzt und verspricht, für sie da zu sein. Mehr wäre allerdings auch unglaubwürdig gewesen, nach allem, was man über den Mann gelernt und gesehen hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Fazit:&lt;/b&gt; Die schönen, eindrucksvollen Augen der Cruz begleiten einen noch lange nach dem Verlassen des Kinosaales, eine gewisse Heiterkeit über die bissigen Aussprüche des Professors bleibt, aber auch eine unbestimmte Nachdenklichkeit, in die sich ein Stück Unzufriedenheit mischt, weil das Einordnen schwer fällt. Der Mensch wünscht sich nun einmal Schubladen. Ein interessamter, stiller Film für alle, die die schlaffen Komödien und kindgerechten Animationsfilme über haben, sich aber auch nicht für Die-USA-retten-die-Welt-Geknalle begeistern können.</content>
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    <title>Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian</title>
    <published>2008-08-02T20:02:19Z</published>
    <updated>2008-08-02T20:02:19Z</updated>
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    <content type="html">Um es gleich vorwegzunehmen - ja, ich bin voreingenommen in den Film gegangen. Genauer gesagt, hatte ich überhaupt vergessen, daß von mir erwartet wurde, heute nach dem Geburtstagsfrühstück in den Film zu gehen, was zur Folge hatte, daß erstens ich irgendwie mißgestimmt war (denn ich hatte mir schon ausgemalt, bald weiterzuschreiben), meine Begleiterin auch, weil sie sich (zu Recht) mißachtet fühlte und Der-der-vielleicht-als-mein-Freund-zu-bezeichnen-ist sauer war, weil unsere gemeinsame Unternehmung nun nichts wurde. Realistisch gesehen keine guten Voraussetzungen - aaber, der Film war OV, das ist ja das Schöne an Berlin, da kann man sich die Sprache (fast) aussuchen. Natürlich waren Bus, Zug und Kino (vor allem Kino!) wieder völlig unterkühlt, aber dem Film gelang es trotz der epischen Länge (sogar mit nützlicher Pause dazwischen, da konnte man sich mal wieder aufwärmen) nicht, auch nur etwas an Begeisterung aufkommen zu lassen - sieht man einmal davon ab, daß ich begeistert jeden Blödsinn und jede Unlogik in mich aufnahm und nur dachte, wo sind da die Betazuschauer, die mal ordentlich die "bugs" aufspüren?&lt;br /&gt;Zur Handlung gibt es wenig zu sagen - es ist ein Film der Marke Teenager retten die Welt (im wahrsten Sinne des Wortes, hier die Welt Narnias), aber wenn man bedenkt, daß eine höchst wichtige strategische Entscheidung (auf Leben und Tod) von der Funktionsfähigkeit einer migebrachten Taschenlampe bzw. deren Batterien (!!) abhängig gemacht wird, dann fällt einem schon nicht mehr viel ein. Auch verharren die Helden (und die, die es einmal werden wollen), stets ehrfürchtig im Rückblick, damit sie der Feind auch ja einholen kann. Vorsprung dahin.&lt;br /&gt;Derer "bugs" gibt es unzählige... aber immerhin machen die Animationen etwas her. Maus, Dachs und Co. sind nett und wirken lebensecht - und so ein fliegender Hippogreifverschnitt, Menschen in den Klauen, ist schon eindrucksvoll.&lt;br /&gt;Optisches Highlight: der Böse Miraz, der halb Pirat, halb spanischer Edelmann daherkommt, hübsch zum Gucken der junge Prinz Kaspian, der ein bißchen aussieht, wie Kyle MacLachlan in "Dune - Der Wüstenplanet". Nur das Grübchen im Kinn fehlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Als Unterhaltung passabel, wenn man sich nur berieseln lassen möchte, gute Animation, tolle Kostüme. Mehr nicht.</content>
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    <title>Abschied</title>
    <published>2008-07-31T12:32:46Z</published>
    <updated>2008-07-31T12:34:12Z</updated>
    <lj:music>Ein letzes Mal/Dunkleschön</lj:music>
    <content type="html">Unsere Katze Lulu, liebevoll "Luzie" genannt, ist tot. Als Katzenjunges kam sie zu uns, weil die treulosen Nachbarn erstmal in Urlaub fuhren, anstatt den "Nachwuchs" zu umsorgen, und irgendwie blieb sie dann und wurde schließlich unsere. Geschätzte einundzwanzig Jahre ist das her, und Luzie, die erst nur an unseren Lebensmittel teilhaben durfte, stieg auf zu einer echten Hauskatze mit Katzenfutter und Mäusefang. Ins Herz hatte sie sich da schon lange geschlichen auf weichen Pfoten, und obwohl sie eine klassische Eigenbrötlerin war, genoß sie hin und wieder die menschliche Zuwendung und pflegte im Schatten in unserer Nähe zu ruhen und im Winter unter der Heizung - bis sie auch das Sofa eroberte und fortan dort die kalten Wintertage verschlief. Krank war sie nie; erst in den letzten Monaten spürten wir den Abwärtstrend.&lt;br /&gt;Auch wenn sie in einem wahrhaft gesegneten Alter starb und man es bereits ahnen konnte, daß dieses Jahr ihr letztes werden würde, schmerzt der Verlust, und ich wünschte, die Begleiterin meiner Kinder- und Jungmädchenzeit wäre nicht fort. Ich ertappe mich dabei, wie ich durch den Garten streife, um nach beliebten Versteckplätzen Ausschau zu halten (unter den Tageslilien, im Schlif, unter den Malven am Zaun, hinter der Mauer), aber natürlich sind alle leer. &lt;br /&gt;Es ist mehr Wehmut als Trauer - immerhin ist auch sie jetzt im Regenbogenland, aber ich hoffe doch sehr, daß sie dort nicht gleich vor Übermut Jagd auf Welli Sonny oder Cher macht. Immerhin mochte sie Vögel früher auch ganz gern, was verwunderlich ist, da sie vom Balancieren wenig hielt und Klettern auch nicht ihr Ding war.&lt;br /&gt;Leb wohl, du alte, treue Katze!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/00006ph5/"&gt;&lt;img width="320" height="214" border="0" alt="" src="http://pics.livejournal.com/theriak/pic/00006ph5/s320x240" /&gt;&lt;/a&gt;</content>
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