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Na, wenn das nicht paßt...kürzlich gesehen im Botanischen Garten. ;-)




Aktuelle Musik:
Runatál/ Adas
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Ein Konzert im Raffaelsaal der Orangerie in Sanssouci - schon der Ort allein ist außergewöhnlich und macht neugierig, das Programm allerdings noch weitaus mehr. Die Musikfestspiele Potsdam stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Haydns Welt". Haydn und Schottland? Ich muß einen Moment überlegen, bis mir der Zusammenhang einfällt. Zwischen 1792 und 1803 schrieb der Komponist auf Wunsch dreier schottischer Verleger über 400 Bearbeitungen von schottischen und walisischen Liedern - Kleinodien, die bis heute eher unbekannt sind.
In den Hörgenuß einer Auswahl dieser Stücke kamen wir gestern - abgerundet durch zwei seiner Klaviertrios, ziemlich durchbrochen allerdings durch zwei zeigenössische Werke von Woolrich und MacMillan. Das Haydn Trio Eisenstein, brilliant auf Flügel, Violine und Cello, hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, neue Werke in Verbindung mit anderen Kunstformen aufzuführen - wagemutig und längst nicht zur Freude aller Zuhörer.
Aber zurück zu den eigentlichen Highlights - den schottischen Künstlern Wilma MacDougall (Sopran) und Jamie MacDougall (Tenor). Schon ihr Auftreten versetzte das Publikum in Entzücken - sie in seidig-smaragdgrünem Kleid, das ihr ausgezeichnet stand, er selbstredend im Kilt. Show ist ihm nicht fremd, als Teil der Caledons tritt er regelmäßig mit zwei weiteren Landsleuten auf und begeistert die Audienz mit seiner Kunst - stilvoll, nicht überzogen.
Wie amüsant, den leichtherzigen Einführungen zu den Liedern zu folgen, wie wundervoll, den mal zärtlichen, dann wieder kraftvoll-deftigen Interpretationen beizuwohnen.
Exemplarisch seien hier "The bonnie wee thing" (Robert Burns), "Thro' the wood, laddie" (Allan Ramsey) und "The east neuk o'Fife"" (Alexander Boswell) genannt. Im ersten Lied bewundert der Sänger ein "hübsches, kleines Mädchen", in das er sich verliebt, im zweiten ist es das Mädchen, das sich erst an der Schönheit der Natur erfreuen wird, wenn "er durch den Wald" kommt. Später ist es dann nicht mehr so weit her mit der Glückseligkeit, denn die Ehefrau beschuldigt ihren Mann, ständig betrunken und ein Tunichtgut zu sein, was er ihr in barer Münze heimzahlt. Am Ende erkennen sie jedoch, daß alles halb so schlimm ist und sie trotz allem füreinander bestimmt sind.
Ein herrliches Konzert, das Lust auf mehr macht. Leider waren die Caledons gerade in Berlin...

Aktuelle Stimmung:
pleased pleased
Aktuelle Musik:
To the beggin' I will go/ Ewan MacColl
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Zugegeben - ganz unvoreingenommen kann man nicht in einen Film über Ernesto "Che" Guevara gehen, der von einem US-Amerikaner gedreht wurde. Steven Soderbergh hat sich an ein gewaltiges Projekt gewagt und das Leben des Che in zwei Teilen auf die Leinwand gebracht. Im ersten geht es um die Bekanntschaft mit Fidel Castro, den Kampf in der Sierra Maestra und schließlich den glorreichen Einmarsch nach Havanna, der der Verjagung Batistas folgt. Inmitten der realen Szenen (sattes Grün, Regenwald, Kampfgeschehen in der Sierra) präsentiert Soderbergh in körnigem Schwarzweiß Interviewschnipsel, die nach dem Sieg mit dem Comandante geführt wurden. Er zeigt ihn in New York, unangefochten, bei einer Rede auf der UNO-Hauptversammlung, in der er über "Kuba als die amerikanische Kolonie" spricht.
Zurück im Dschungel. Ernesto, zunächst als Arzt bei Fidel Castros Truppe, später Kommandeur, wird als nachdenklicher, ernster Mann geschildert, den ein immenser Gerechtigkeitssinn beseelt, der aber auch, sofern nötig, nicht zaudert und das tut, was getan werden muß, um Verräter abzustrafen.
Manche Tage sind für ihn die Hölle, weil ihm sein Asthma, das damals kaum zu behandeln war, zusetzt, die Truppe jedoch nicht aufgehalten werden darf. Denselben Einsatz, dieselbe Härte, die er gegen sich selbst zeigt, erwartet er auch von den anderen.
Unermüdlich setzt er auf Alphabetisierung und Bildung und scheut auch nicht davor zurück, abends im Lager selbst zu unterrichten.
Nach dem Sieg, auf dem Weg von Santa Clara nach Havanna, gibt es eine Szene, die so typisch für Guevaras Selbstverständnis ist, daß ich sie nicht vorenthalten möchte. Er selbst sitzt in einem Armeeauto und wird von johlenden Genossen in einem schnittigen Zivilauto überholt. Befremdet läßt er den Wagen anhalten und erkundigt sich, was das denn werden solle.
"Ich fahre das Auto nach Havanna", entgegnet der Angesprochene frech.
Woher er es habe, will Che wissen, sein Gesicht ernst, und ein beinahe schmerzlicher Zug liegt in seinen Augen.
"Dem und dem abgenommen."
"Du kehrst auf der Stelle um und gibst das Auto zurück", befiehlt Che, ruhig, aber sichtlich zornig. "Wir bestehlen niemanden."
Zurück im Armeejeep sieht man ihn nur fassungslos den Kopf schütteln.
Die Ideale, von denen man spricht, auch wirklich selbst zu leben - das ist eine Novität und nicht immer gern gesehen und bleibt bisweilen unverstanden. Dennoch, zunächst hat die Revolution in Kuba gesiegt.

Soweit so gut. Man fragt sich zwar, wieso mitten in der Sierra 1957 Strommasten im Bild auftauchen, die zu dieser Zeit dort bestimmt noch nicht standen, auch einige Gebäude in Santa Clara erscheinen arg neu und unpassend, dafür sind die Darsteller grandios und trösten über so manche Eigenartigkeit hinweg. Benicio del Toro als Ernesto Guevara ist eine Idealbesetzung, nicht nur wegen der äußerlichen Ähnlichkeit. Auch Fidel Castro, gespielt von Demián Bichir und Camilo Cienfuegos (Santiago Cabrera) könnten als Originale durchgehen - sowohl im Aussehen als auch in Mimik und Sprache.
Leider wirken die Dialoge zwischen Che und Fidel aufgesetzt - als wollte der Regisseur mit Platitüden dem thematisch nicht vorgebildeten Zuschauer einhämmern, was die (vermeintliche) Quintessenz des Ganzen ist: Fidel belehrt Che, der wiederum belehrt mit dem großen Zeigefinger des Guten die dummen Bauerntölpel, die sich der Gruppe angeschlossen haben. Ganz so einfach ist es eben nicht, aber auch an anderen Stellen schwächelt der Film, wenn es um die Abkehr von der Zweidimensionalität geht.
Dennoch ein sehenswerter Film, der zumindest in Grundzügen versucht, sich dem Idealisten Che zu nähern und die Beweggründe für sein Handeln zu beleuchten. Weitaus delikater dürfte der zweite Teil werden, in dem Ches Weg über Afrika bis zu seinem Scheitern in Bolivien verfolgt wird.

Aktuelle Stimmung:
complacent complacent
Aktuelle Musik:
Fusil von Silvio Rodriguez
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Wer meine Einträge liest, könnte auf den Gedanken kommen, daß ich wenig anderes tue als reisen. Genaugenommen täte ich das auch am liebsten, aber zwischendrin gibt es dann doch jede Menge Alltag, der so gefüllt (dabei jedoch eher unspannend) ist, daß ich meine geschätzte Leserschaft lieber mit der Essenz der Ferne unterhalte. Diesmal: Irland.
Städtereisen sind so eine Sache - man kann eine erwischen, in der sich auch nach sieben Tagen noch ungesehene Schätze verbergen. Oder man hat rasch das Gefühl, das Umland gleichfalls erkunden zu wollen. Dublin erwies sich als zwiespältig, zumindest für mein Interesse. Ich gehöre nicht zu jenen, die im Urlaub jedes Museum gesehen haben muß, mir liegt vielmehr die Kombination von Flair, Kultur und Natur am Herzen. Nicht ganz Alltägliches zu besuchen, dabei Kleinode zu entdecken, das ist meine Freude.
Dublin hat bekanntermaßen eindrucksvolle Kirchen, nicht unbedingt schön, aber doch von einem schwer faßbaren Reiz. Christchurch Cathedral und St. Patrick's Cathedral lohnen in jedem Fall, besonders, weil die eine nahe der anderen liegt. Überhaupt ist innerhalb der Stadt alles wunderbar zu Fuß zu erreichen - und ohne Bewegung geht es nicht, wenn man bedenkt, was der Speiseplan hergibt. Zum Frühstück schon Bohnen und Ei, für die Fleischesser auch Schinken(speck) oder Würstchen. Ich frühstücke gern; mich stört also etwas Deftiges nicht. Schwieriger sieht es am Abend aus - nicht, daß es nicht unzählige Restaurants gäbe, gerade in Temple Bar, aber der Standard ist mit dem gewohnten nicht zu vergleichen, und wenn ich schon routinemäßig 12 bis 15 Euronen für ein Hauptgericht (fleischlos!) ausgeben soll, dann hätte ich dafür gern einen ansprechenden Gegenwert. Nach einigen Schlappen findet sich das In-Lokal "Elephant&Castle", in dem man gegen 17.30 Uhr gerade noch einen Platz bekommt - später nur noch mit Reservierung oder, für mich höchst befremdlich, mit Warten. Da sitzen dann die zumeist jungen Leute schwatzend auf Stühlen und gucken den Gästen auf Tisch und Teller. Der Geräuschpegel ist dem einer Disco vergleichbar, man sitzt eng und ist froh, daß die Menschen am sehr nahen Nachbartisch kein Deutsch verstehen. Trotzdem ist der Laden tagein tagaus rappelvoll, denn das Essen ist gut, reichlich, frisch und raffiniert, der Service zuvorkommend und umsichtig.
Man beendet hier das Mahl allerdings dennoch sehr zügig - es ist einfach zu laut und unruhig, um den Abend dort zu verbringen. Dafür bietet sich das Kylemore direkt an der O'Connell Street an. Als Ecklokal mit riesigen Glasfronten und unglaublich freundlichem, abends latinodominiertem Service lädt es geradezu ein zum Verweilen und Hinausschauen. Bei Tee und Desserts kann man so ungestört die vorbeieilenden oder -flanierenden Menschen beobachten - an der O'Connell Street ein unerschöpflicher Quell an Inspiration. Je später der Abend, desto gestylter die Passanten - ob gut oder schlecht, das kommt wohl auf die Sichtweise an. Trotz kühler sieben Grad stöckeln junge Mädchen in dünnen, auf alle Fälle aber kurzen Abendkleidchen nicht unbedingt ästhetisch die Straße entlang, und man fragt sich unwillkürlich, für wen diese armen Dinger sich so aufbrezeln. Denn die Jungs, die oft schon blau oder stoned sind, bevor der Abend überhaupt angefangen hat, können unmöglich gemeint sein - oder doch?!
Der Blick aus dem Fenster ist zugleich ein Einblick in Kultur und Verhalten: "Ältere" Frauen sieht man selten und wenn, dann ansprechend, aber nicht so entsetzlich billig gekleidet. Die Herren tun deutlich weniger, um gut auszusehen, und ich meine deutlich weniger. Die Menschen in warmen Pullis und taillierten Jacken sind Italiener oder Spanier, die in sportiven Regensachen und mit flachen Schuhen Deutsche, Österreicher oder Kanadier.
An einer Statue hockt eine bekiffte Jugendliche, die kaum die Augen offenhalten kann, während ein Typ auf unermüdlich auf sie einredet. Eine Polizistin (In Irland ist die Polizei unbewaffnet. Wer hätte das gedacht?) nähert sich einem Trupp Mädchen, die auf der anderen Seite der Statue abhängen. Wird sie sie bitten, nicht herumzulungern? Gebannt verfolge ich, wie sie sich die Ergebnisse des Powershoppings zeigen läßt, ganz, als wären diese Mädchen mit ihr befreundet. Fraternisieren mit der Bervölkerung?
Leider schließt das Lokal um zehn, so daß man gegen elf wirklich gehen muß. Aber dann ist der spannendeste Teil auch vorbei, um dann noch mehr zu sehen, muß man in die Nachtclubs und Bars.
Ich fahre lieber ins Umland, wo man üppig blühenden Ginster, grüne Wiesen und weiße Schafe sehen kann. Auch verfallene Abteien übrigens, und wenn man es klug anstellt und sich mit dem öffentlichen Verkehr auskennt, sogar intakte Schlösser und Herrenhäuser. Malahide Castle sei hier erwähnt und Newbridge House - eine Verschmelzung aus beiden gäbe ein passendes Malfoy Manor her. Ich gerate ins Träumen.
Fazit: Dublin ist soziokulturell interessant, hat viele, viele Pubs - aber die kleinen Dörfer drumherum sind schöner. Nur eines kann man dort nicht: über die verrückten Hauptstädter lästern.
Nächstes Mal Westküste mit Klippen und Fischerdörfern.

Keltisches Kreuz 

Aktuelle Stimmung:
cheerful cheerful
Aktuelle Musik:
Hook and eyes (irischer Tanz)
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Die Zeit auf Dominica ist viel zu schnell vergangen. Ich habe mich in das Land verliebt, in die üppige Vegetation, die leeren Strände, die Städtchen, in denen alles, was man braucht, in einem Laden zu bekommen ist. Es gibt kaum Touristen, das Leben ist einfach, aber beschaulich. Man lernt, sich über einen Coffeeshop zu freuen, den es aber auch wirlich nur in der Hauptstadt gibt. Neben kleinen Häusern und sogar Hütten stehen Anwesen, die wiederum einem Malfoy im Exil gut zu Gesichte stehen würden. Der ganze Wohlstandskram, der unser Leben hier so oft verkompliziert, fehlt völlig. Wunderbar! Aber ich bin realistisch genug zu erkennen, daß mir die Kultur über kurz oder lang fehlen würde - vielleicht aber auch nicht so sehr, man kompensiert ja auch. Trixie werde ich vermissen. Sie hat ihren Traum wahr gemacht, und auch wenn sie sagt, Alltag gäbe es überall, würde sie nicht zurück in die Schweiz wollen. Folglich war ihre Entscheidung für sie die richtige.
In Pointe a Pitre auf Guadeloupe müssen wir nächtigen, bevor am nächsten Tag der Flug geht. Ich habe selten eine so eigenartige Stadt erlebt, und noch nie war ich regelrecht froh, abreisen zu dürfen. Man spürt, daß es die Stadt nur wegen der Präfektur gibt. Sie hat kein Herz und keine Seele, kaum Restaurants, keine Bars, Kinos oder gar Theater. Die Menschen wollen dort nicht wohnen, und wer nicht anders kann, verrammelt seine Wohnung bis zum Balkon mit Gittern. Tagsüber gibt es zwei hübsche Märkte, aber der Rest ist Schweigen. Gut war der Besuch dennoch: Als Vorlage für eine Geschichte wird mir diese seltsame Stadt einmal dienen.
Der Heimflug verläuft komplikationslos. In Paris wieder Eile, aber alles klappt. Ich brauche immer eine Zeit, bis ich auch mit den Gedanken wieder daheim bin. Diesmal dauert es länger.

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Die Wanderschuhe riechen arg muffig, als ich sie aus der Plastiktüte befreie, aber später werde ich froh sein, sie angezogen zu haben. "Sturdy hiking shoes" hat man uns auch extra empfohlen. Cecil, der "Wanderführer", geht zwar in Bermudas und barfuß, aber der ist auch ein Unikum und entlockt nicht nur uns ein grinsendes Kopfschütteln.
Der Aufstieg beginnt im Regenwald über einen erstaunlich gut befestigten Weg und viele, viele natürliche Stufen. Es ist naß und matschig, man muß sich konzentrieren und merkt bald, daß aufsteigen bei der Luftfeuchte gleich nochmal eine andere Herausforderung ist. Die erste Hürde ist auf einem Bergkamm erreicht. Dort pfeift ein kalter Wind; ich bin froh, um die Regenjacke, die ich nun über die Bluse ziehen kann. Weiter geht es über abenteuerliche, zum Teil sehr steile, geröllhaltige Wege ins "Valley of Desolation", das seinem Namen alle Ehre macht. Dampfende Schwefelflüsse durchziehen das Tal, die Vegetation ist spärlich. Mehrmals überqueren wir Flüsse - und versuchen, dabei keine nassen Füße zu bekommen. Irgendwann ist der Weg zu Ende; vor uns wallen Dampfschwaden empor. Wir sind am Ziel.
Der Boiling Lake hat ungefähr 90°C und ist einer der größen kochenden Seen der Welt. Ich habe so ein Naturschauspiel noch nie gesehen und bin entsprechend fasziniert. Bei schönem Wetter kann man über den See bis nach Martinique sehen. Heute sind wir allerdings froh, daß es nicht regnet und wir auch mal in den See hinuntergucken können, wenn der Wind die Schwaden abtreibt. Wahnsinn! Man sieht direkt die durch die Hitze verursachte Wasserbewegung, als hätte man einen Topf mit seifigem Wasser vor sich.
Der Rückweg geht erstaunlich gut und gefühlt schneller - am Einstiegspunkt wartet eine geschäftstüchtige Dame mit gekühlten Getränken. Ich genehmige mir ein Quenchi, eine süße Brause, die im Land hergestellt wird. Ob wir den "nackten Mann" gesehen hätten, raunt uns die Dame zu. Wir stutzen und müssen ein Grinsen unterdrücken. Sie meint natürlich Cecil, den Wanderführer.

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Eine Schnellfähre, die ihren Namen nicht von ungefähr trägt, bringt uns nach chaotischem Anstehen und Gepäckeinchecken zur Nachbarinsel. Wir stehen schon wieder in endloser Schlange - diesmal in der dominicanischen Paßkontrolle. Aber auch das ist irgendwann geschafft, und wir treten hinaus in brodelndes Leben und heiße Sonne. Eine Frau undefinierbaren Alters mit blonden Rastazöpfen begrüßt uns überschwenglich: Wir haben Trixie kennengelernt, unsere Begleitung. Sie spricht in einem seltsamen, nicht unsympathischen Singsang, und ich erfahre, daß sie Schweizerin ist und seit über neun Jahren auf Dominca lebt. Mit ihr fahren wir auf eine Anhöhe, von der man einen herrlichen Blick über Roseau und das Meer hat. Es gibt Lunch aus wiederverwendbaren Boxen und frischen Pampelmusensaft. Köstlich!
Es mag täuschen, aber im Gegensatz zu Guadeloupe, mit dem ich nicht recht warm wurde, fühle ich mich hier sofort wohl und daheim. Es ist ursprünglicher, zum Teil auch ärmlicher, aber dafür deutlich sauberer. Allerorten stehen Schilder, die mahnen: Don't litter und Think before you throw. Und es gibt sogar Abfallkörbe, um die solcherart motivierten Menschen nicht wieder zu demotivieren.
Auf dem Weg in die Lodge sehen wir den ersten der 365 Flüsse Dominicas (für jeden Tag einen) und erleben rasanten Linksverkehr. Die Straßen sind schmal, aber deshalb nicht etwa einspurig. Zum Glück ist der Verkehr nicht sehr dicht, aber Begegnungen gibt es natürlich, vornehmlich in den Kurven.
Die Bungalows der Lodge sind perfekt in die tropische Vegetation eingepaßt. Leider erleben wir eine unschöne Überraschung, als wir vom Abendessen kommen: Man hat uns bestohlen. Einhelliges Entsetzen und die Versicherung, das sei noch nie vorgekommen. Gut, daß die Bungalows trotzdem Safes haben und die meisten ihre Wertsachen schon verschlossen hatten. Meine Wasserschuhe sind dahin und mein schöner Rumpunch, auch das Käppi kann ersetzt werden. Andere vermissen da schon mehr: Handys, Kameras, Geld, eine sogar den Paß.
Trotzdem geht das Leben weiter. Am nächsten Tag besuchen wir die Sari Sari Fälle - wie der Name schon sagt, wieder eine wasserreiche Aktivität, aber der Anblick ist von einmaliger Schönheit, und ich hatte zum Glück noch die Trekkingsandalen fürs Wasserlaufen.

Am Abend beginnt es zu regnen, aber wir denken uns nichts dabei. Dies sind die Tropen, hier regnet es halt immer wieder. In der Nacht schlafe ich schlecht, so laut trommeln die Wassertropfen auf das Dach. Morgens schüttet es, was die tief hängenden Wolken hergeben. Es sieht nicht aus, als würde es in absehbarer Zeit aufhören. Und wir sollen Schnorcheln und vielleicht Wale sehen? Mittlere Skepsis.
An der Küste sei das Wetter ganz anders, bekommen wir lächelnd zu hören, und tatsächlich, das Wunder kündigt sich bereits auf halber Strecke an: Erst läßt der Regen nach, dann hört er ganz auf. Allmählich werden aus den grauen Wolken hellweiße, und dann scheint plötzlich die Sonne. Ich bin beeindruckt.
Schnorcheln am Champagne Reef - geniale Sache! Ich mache das zum ersten Mal, aber es geht prima. Unter Wasser eröffnet sich eine fremde Welt. Leider wird mir wieder schnell kalt, so daß ich abbreche, als mir die Zähne zu klappern beginnen. Im Gedächtnis bleibt mir das Bild der vom Meeresgrund aufsteigenden "Champagnerbläschen" - wundervoll.
Wale gibt es später auch zu sehen. Man versichert uns, daß diese Beobachtungsschiffe alle den Tierschutz einhalten - ich muß das glauben und wäre auch ohne Wal nur mit der Bootstour glücklich gewesen. Vom Wasser aus sieht man die dunklen Regenwolken tief über dem Landesinneren hängen. Gut, daß wir an der Küste sind. Später wird man uns erzählen,daß es die ganze Zeit so gegossen hat.

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Bootsüberfahrt zum vorgelagerten Inselchen Les Saintes. Wir glauben, wir haben die besten Plätze auf dem Boot, Oberdeck, vorn. Es wundert sich keiner, daß die noch frei sind. Auch die Wasserspritzer auf den Scheiben des Führerhauses machen uns nicht stutzig - bis die erste Welle kommt. Wir lachen noch, es spritzt ein bißchen, noch immer ist uns der Ernst der Lage nicht bewußt. Allerdings hätten wir auch sonst nicht weggekonnt - es war tüchtiger Seegang und hinten alles voll. Mit der nächsten Welle werden wir geduscht und das ausgiebig. Ich kann gerade noch den Rucksack in Sicherheit bringen, dann geht es weiter, klatsch, klatsch, auch die Mittelreihen bekommen ihren Anteil an Seewasser. Als wir anlanden, ist wieder einmal kein trockenes Haar an mir. Zum Glück brennt auf Les Saintes die Sonne, so daß ich verhältnismäßig schnell trockne, ohne dabei wie ein Schneider zu frieren.
Die Insel ist toll, pittoresk und sauber. Kleine Häuschen drängen sich neben Luxusvillen, und nicht zum ersten Mal denke ich, das eine oder andere Anwesen könnte einem Malfoy als Sommersitz dienen. Wir erklimmen einen Felsen und genießen einen traumhaften Blick über das unglaublich blaue Meer. Der Rest des Nachmittags gehört wieder dem Strand - so aktiv ist die Reise denn doch nicht.
Auf der Rückfahrt sind wir doch wieder oben, es ist einfach zu schön draußen in der Sonne, aber wir haben Glück. Der Neptun verschont uns mit unerwünschten Güssen. Auf Les Saintes wäre ich gern noch länger geblieben.
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Grande Terre, das ist der flachere Teil der Schmetterlingsinsel, der andere Flügel sozusagen. Dort ist es auch troclener, die Sonne scheint länger und häufiger. Hätte man da nicht wohnen können? ;-)
Bei strahlender Sonne nehmen wir die Bikes in Empfang - unbequem sind sie ja, aber man gewöhnt sich mit der Zeit an den sportlich krummen Sitz. Tatsächlich sind die Wege oft rauh und ausgefahren mit tiefen Spurrinnen oder Matschlöchern. Ich begreife, ohne echte Mountainbikes wären wir nicht durchgekommen. Was mich erschreckt hat: Überall liegt Müll herum, auch am Strand. Offenbar fehlt die Weitsicht, daß man vielleicht nochmal wiederkommen möchte und dann womöglich nicht im Dreck sitzen mag. Sogar Autobatterien stehen am Straßenrand. Das hätte man in Kuba niemals gesehen.
Von der asphaltierten Straße, die hin und wieder eine willkommene Alternative zum Feldweg ist, eröffnet sich uns ein atemberaubender Ausblick auf das Meer und die Steilküste unter uns. Wahnsinn. Solche Farben! Ich hätte ewig bleiben können, nur um jedes Detail der Aussicht in mich aufzunehmen.
Nach einer kleinen Rast an einer wildschönen Strandbucht erreichen wir am späten Nachmittag den Strand, an dem wir in Hängematten übernachten werden. Duschen gibt es nicht (als sich wie durch ein Wunder dann doch noch eine Option ergibt, habe ich mich schon mit meinem ungewaschenen Los abgefunden; schließlich muß ich am nächsten Tag wieder in dieselbe Wäsche), dafür eine Wrtschaft, in der die Köchin vor dem Fernseher eine Serie verfolgt. Das Abendessen ist dennoch so reichlich und lecker, daß ich überzeugt bin, die Frau ist eine Hexe. ;-)
Die Hängematten sind ein Abenteuer, und ich bin über den dicken Schlafsack mehr als dankbar. Der Wind läßt hier nie nach.
Viel Schlaf habe ich nicht bekommen, doch ich bin fit und voller Tatendrang am Morgen.
Die Strecke ist kurz, kaum aufgestiegen, sind wir auch schon da, in Beauport, der seinen Namen zu Recht trägt. Am meisten fasziniert hat mich allerdings der Friedhof, der mit einer Länge zum Strand schaut. Ich finde das eine wunderbare Art, den letzten Ruheplatz in das tägliche Leben zu integrieren. Wer es sich leisten kann, baut kleine Mausoleen, die wie winzige Häuschen wirken. Dahinein werden die Särge eingelassen und innen, durch ein Gitter getrennt, stehen dann künstliche Blumen, Sprüche, oft auch Bilder der Verstorbenen. So ein Haus ist oft die Ruhestätte einer ganzen Familie.
Am späten Nachmittag besuchen wir noch ein Destillerie, dann geht es zum Hotel zurück. Lange habe ich die heiße Dusche nicht mehr als solchen Luxus empfunden. Ich sehe, für das echte Outdoorerlebnis muß ich noch üben.
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Die erste Nacht ist um fünf vorbei, aber ein solcher Jetlag stört eine Lerche nicht sonderlich. Das Plätschern draußen ist Regen, der sich trotz der Trockenzeit aus einem wolkenverhangenen Himmel ergießt. Im Gegensatz zu Kuba scheint Guadeloupe kein ernstes Problem mit Wasserknappheit zu haben.
Durch Regen fahren wir mal auf, dann ab durch kleine Sträßchen; die Luft riecht feucht und schwer. Als wir aussteigen, hört der Regen auf, dafür fallen Myriaden dunkler Käfer über uns her, die zum Glück nicht stechen, aber munter in Nase und Augen kriechen. Hastig stopfen wir uns in die Neoprenanzüge, eifrig darum bemüht, die Käfer auszusperren. Heute steht Canyoning auf dem Programm. Dazu tragen wir neben den Anzügen Wasserschuhe und unsere Begleiter den Proviant wassersicher in Wasserrucksäcken. Die haben unten viele Auslauflöcher - wir können uns also schon mal auf was gefaßt machen.
Durch Regenwald geht es erst eine ganze Weile aufwärts, um zur Flußmündung zu gelangen, ab der es heißt, im Fluß zu laufen, zu schwimmen, sich voranzutasten, zu stolpern...was auch immer. Zu Beginn müssen wir über Felsen ins Flußbett springen, denn wir stehen oberhalb des ersten Staupunktes. Hui, ist das Wasser kalt! Trotz des Anzugs wird mir kalt, und das mindert mein Vergnügen doch erheblich. Toll ist es ja...natürliche Wasserrutschen in Form kleinerer Wasserfälle, Sprünge aus großer Höhe...aber ich bin aufgrund der Kälte froh, als die Tour zu Ende ist. Dennoch - ein geniales Erlebnis, das auch meine Brille unversehrt überstanden hat.

Nicht mehr ganz so genial war das Meereskajak am nächsten Tag. Ich hab's nicht so mit Lenken und Steuern, und im Zweier, wenn der Partner sich noch dümmer anstellt, wird das zum Chaos. Trotzdem haben wir überlebt, und die Tour war, mit genügend Abstand betrachtet, eigentlich eine sehr schöne. Vogelinseln, Mangroven, alles geräuschlos selbst erpaddelt...das hat schon was. Seeigel und -sterne gesehen, von oben und unten naß geworden, sich das Handgelenk beim Kontakt mit einem Meeresungeheuer verbrannt... darauf hätte ich allerdings verzichten können. Von der dicken Brandblase hatte ich noch lange was - aber zum Glück sind wir Giftmischer ja bestens ausgestattet, so daß meine medizinische Versorgung sichergestellt war.

Prinzipiell toll war das Trekking am Vulkan La Soufrière. Noch toller wäre es allerdings gewesen, es hätte nicht berauf und bergab geregnet. Immerhin war es oben trocken, so daß man den heißen Schwefelatem des Berges vollauf genießen konnte. Tatsächlich gibt es neben einem offenen Kegel, der ständig heiße Luft speit, auch gelbe Felsmünder, Fratzen gleich, die weißen Dampf ausstoßen, ganz, als wollten sie die ungebetenen Besucher vertreiben.
Der Abstieg war derart wasserreich, daß kein trockenes Haar mehr an mir war, sogar in den Rucksack war es von hinten hineingelaufen, da konnte der Regenschutz vorn wenig ausrichten. Abends stand ich dann mit geborgtem Fön und habe Schuhe und Rucksack gefönt. Ein Bild für Götter.

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Aufbruch ins große Unbekannte  - beinahe wenigstens. Immerhin kenne ich den Flughafen Charles de Gaulle in Paris und weiß, wie groß der ist. Trotzdem habe ich dem Reisemenschen geglaubt, der selbstgerecht versichert hat, drei Stunden würden locker zum Umsteigen und Flughafenwechsel nach Orly reichen. Immerhin ist der Experte, und in solche Menschen sollen wir Vertrauen haben. De facto waren es wohl eher zwei Stunden, in denen nicht nur das Gepäck erst geholt und dann wieder eingecheckt werden UND der Flughafenwechsel erfolgen mußte. Freitag in der nachmittäglichen Rush Hour durch Paris...mehr gestanden, als gefahren. Der Adrenalinspiegel steigt. In Orly natürlich schon zu spät, dann ist das Gepäckband kaputt, totales Chaos. Aber ich schaffe es irgendwie, und mein Gepäck kommt sogar mit. An den Flug bleibt am Schluß eine verschwommene Erinnerung; das muß so ähnlich sein, wie eine Geburt. Mittendrin findet man es grausam, aber wenn's vorbei ist, vergißt man die Strapazen sofort (oder zumindest in einem sinnvollen Abstand). Warum allerdings gefühlte vierzig Franzosen mit ihren zwanzig Kleinkindern neun Stunden in die Ferien fliegen müssen, um dann doch nur am Strand zu sein, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Gut, daß ich Ohropax dabei hatte.
In Pointe a Pitre ist es schon dunkel, als wir ankommen. Feuchte, tropisch warme Luft empfängt mich, ich atme tief und habe das Gefühl, nach Hause gekommen zu sein, obwohl es gar nicht Kuba ist. Aber beim ersten Eindruck kann man noch schummeln.
Wir müssen noch ein gutes Stück mit dem Auto fahren, und auch im Dunkeln nimmt man einen Teil der Umwelt wahr. Ich bin froh, daß der Wagen nicht klimatisiert ist und lauer Fahrtwind durch die offenen Fenster hereinweht.
Das Hotel ist sauber und verfügt sogar über einen Pool. Leider spricht die Dame an der Rezeption kaum Englisch, aber das, so soll uns der Reiseleiter, der selbst Franzose ist, später erklären, liegt an dem Mangel an Nachfrage. Die Engländer/US-Amis fahren nirgends hin, wo man ihre Sprache nicht spricht, und die Spanier haben gewissermaßen eigene Kolonien. Nachvollziehbar. Müde sinke ich nach einer heißen Dusche auf mein Bett.
Aktuelle Musik:
Grillengezirpe und Froschlaute
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Show of Hands? Nie gehört! So ging es mir auch, bis ich die Konzertankündigung las. "In der Heimat gefeierte Folkband" war unter anderem darin zu lesen. Daß diese Heimat Großbritannien (nein, nicht Schottland, aber immerhin England) ist, gab den endgültigen Ausschlag, sich an einem Mittwochabend nach der Arbeit auf schwierigen Wegen in die Berliner Petruskirche aufzumachen, um den Geheimtipp live zu hören. Ich habe schon einiges an Kirchenkonzerten erlebt (vor Weihnachten in der Passionskirche wurde ich erstmal durchsucht und mußte meine Wasserflasche abgeben - nie wieder Corvus Corax), aber diesmal verlief alles herrlich unproblematisch. Weder mußten wir ewig in der Kälte draußen warten, noch behandelte man uns wie potentielle Verbrecher, es gab eine gepflegte "Bar", und das Klo war auch sauber.
Ganz unprätentiös betraten die beiden Musiker die Bühne, gefolgt von einer jungen Dame mit leuchtend rotem Haar, igelfrisiert, nur deutlich länger. Ich hatte sie kaum gesehen, da drängte sich mir die Assoziation mit Tonks (Ihr wißt schon, die Aurorin aus Harry Potter) derart nachhaltig ins Gedächtnis, daß ich den Abend über ganz abgelenkt war. Die Dame ist www.mirandasykes.com/Welcome.html und gehört nicht offiziell zur Band - was ausgesprochen schade ist. Ihre klare, intensive Stimme harmonierte hervorragend mit denen der Männer - heraus kam eine Klanggewalt, die sich sehen lassen konnte. Bemerkenswert dabei, daß (im Gegensatz zu den Leuten der Passionskirche) die Tonmenschen hier ihr Handwerk verstanden - gut abgemischt, nicht zu laut. Allerdings hätte es der Technik gar nicht bedurft: Immer mal wieder verließen die Musiker die Bühne, um direkt im Publikum "unplugged" zu spielen - ein Ohrenschmaus, der wieder einmal zeigt, daß Kunst doch irgendwie von Können kommt und nicht der der größte Sänger ist, der das lauteste Mikro benutzt.
Fazit: Ein tolles Konzert, gute zwei Stunden voll mit grandiosem Folk - unbedingt zu empfehlen.
Zum Gucken: www.showofhands.co.uk/

Aktuelle Stimmung:
cheerful cheerful
Aktuelle Musik:
Siehe oben ;-)
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Kennt jemand das Buch von Vikas Swarup "Rupien!Rupien!"? Eher nein? Nun, der Film, der gleich acht Oscars gewann, beruht auf der Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird. Sie ist allerdings zugunsten von Action und Verfilmbarkeit (und vermutlich auch Filmlaufzeit) verändert worden, so daß einem viel entgeht, wenn man nicht beides kennt.

Kurz zum Inhalt: Der junge, ungebildete Kellner Jamal (im Buch Ram) wird bei der indischen Variante von "Wer wird Millionär" Sieger - und sofort nach der Show verhaftet. Er muß ein Betrüger sein, niemals kann der arme "Slumdog" alle Antworten gewußt haben. Bei der Polizei erzählt er, warum er ganz genau die Antworten auf die Fragen kannte. Bisweilen amüsante, meist jedoch schmerzliche, dramatische und immer bewegende Erlebnisse führten zu dem Wissen, das nötig war, um diese oder jene Aufgabe richtig zu lösen.

Der Film besticht durch seine Bilder, seine zum Teil unverholene Gewalt und seine scharfsinnige Kameraführung. Geschickt werden Überleitungen platziert, wird aber auch intensiv um das Mitgefühl des Zuschauers geworben. Tatsächlich gibt es einige Szenen, die für Zartbesaitete problematisch werden könnten.
Die Wendungen, die Jamals Leben im Film nimmt, sind ein wenig anders, als die im Buch. Sie sind dramatischer, weniger subtil, aber nicht minder eindrucksvoll und, ja, fesselnd.
Am Schluß fühlt man sich ein wenig fremd im bequemen Kinosessel. Eben noch war man im fernen Indien, konnte die Hitze und Gerüche spüren, war ganz eingetaucht in das Schicksal des kleinen Kellners aus Mumbay. Und dann ist man zurück und weiß nicht, soll man jubeln, seufzen, weinen, lachen? Oder alles auf einmal?
Unbedingt ansehen (und gern auch lesen, um in beide Genüsse zu kommen), mehr bleibt nicht zu sagen.

Link zum Film und Buch

Aktueller Ort:
Sturmsicher und trocken
Aktuelle Stimmung:
excited excited
Aktuelle Musik:
Love is just a four letter word/Joan Baez
* * *
Diejenigen unter Euch, die mich näher kennen, wissen es schon - seit Anfang Januar bin ich stolzes Mitglied der Royal Pharmaceutical Society of Great Britain. Was mir das bringt? Nun, zunächst einmal eine eindrucksvolle Urkunde, die mit Werbeblättern für stilvolle Rahmenhersteller versandt wird. ;-) Dann aber, und davon möchte ich erzählen, eine Art Mitgliedszeitschrift, in der die neuesten Wirkstoffe, Standespolitik und Tipps und Tricks diskutiert werden. Da gibt es auch eine Rubrik mit dem klingenden Namen "Ethical dilemma No....", in dem über die Herangehensweise zu vorgestellten Problemen aus dem Apothekenalltag per Mail abgestimmt wird.
Das neueste "Dilemma" verblüffte mich derart, daß ich Euch teilhaben lassen möchte und mich freue, wenn jemand hier seine Meinung kundtut.

Die Frage lautete: Es wird ein Rezept über ein Antibiotikum eingelöst. Die sechzehnjährige Patientin wird von ihrer Mutter begleitet. Beim Check (Kundenkarte im Computer) stellen Sie fest, daß das Mädchen die Pille nimmt. Wie verhalten Sie sich?
A) Sie bitten um ein Gespräch unter vier Augen mit der Sechzehnjährigen, um sie allein über die mögliche Interaktion Pille-Antibiotikum aufzuklären.
B) Sie sprechen ganz offen darüber in Anwesenheit der Mutter.
C) Sie sagen nichts, denn der Arzt wird ja sicher auf die mögliche Interaktion hingewiesen haben.

Ich hätte, ohne überhaupt jemals darüber nachzudenken, natürlich Antwort B gewählt. Ich meine, wann leben wir denn, daß die Pilleneinnahme ein Geheimnis sein müßte? Ist das im Vereinigten Königreich anders? Ganz offensichtlich in manchen Regionen ja schon, sonst hätte niemand diese "Geschichte aus dem Leben" eingesandt und wäre damit ernstgenommen worden.

Neugierig wäre ich, wie Ihr das seht. Bin ich nur zu "medizinisch verdorben" und hauptstadtnah aufgewachsen, um etwas dabei zu finden?

Gespannte Grüße!

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Im Warmen
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calm calm
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Wishmaster/Nightwish
* * *
Es ist Winter. Zwar nicht mehr so kalt, dafür schneit es hier seit zwei Tagen mehr oder minder ununterbrochen. Was könnte es da für einen besseren Zeitpunkt geben, sich eine Führung anzuhören mit dem klangvollen Namen "Wie heizte man dem Kaiser ein?" - zu erleben im Neuen Palais von Potsdam. Für mich als immerwährende Frostbeule besonders nettes Detail: "Das Schloß ist nicht beheizt". ;-)
Los ging es in einer der insgesamt sieben Bibliotheken des Kaisers (die, höchst interessant, an allen Residenzen gleich bestückt und aufgebaut waren, so daß man gewissermaßen nur an die betreffende Stelle im Regal greifen mußte, um das in beispielsweise Sansscouci begonne Buch in Breslau weiterzulesen) - naturtemperiert mit einer genialen Ofendeko eines sich windenden Drachen. Das Prachtstück wurde allerdings nie angeschlossen. Beim Streifzug durch weitere Nebengelasse (Gästewohnungen mit je 11 Zimmern - luxuriös, luxuriös) erfuhr man dann, daß sich die kleineren Räume auch mit besten Methoden bei Null Grad Außentemperatur auf maximal 18 Grad Celsius aufheizen ließen. Im großen Marmorsaal erreichte man allenfalls 16 Grad - da war bei Bällen dann ausgiebiges Tanzen unabdingbar. Die Kamine dienten dabei mehr der Lichtspende denn der Wärme, waren jedoch zweifellos eindrucksvoll verziert und erinnerten den HP-Verdorbenen gleich an potentielle Reisemöglichkeiten.
Über all die Jahre haben sich Gebäude und Interieur übrigens an den Wechsel von jahreszeitlich bedingtem Kalt und Warm gewöhnt. Daher muß auch jetzt im Winter nicht geheizt werden. Lediglich die Luftfeuchte wird künstlich bei rund 55% gehalten.
Die Bäder waren, man glaubt es kaum, ziemlich unspektakulär und gar nicht prachtvoll, was an einer schon damals existierenden "Denkmalschutzordnung" lag - an die sich auch der Kaiser zu halten hatte.
Wirklich besonders aber war der Ausflug in die weitläufigen Kellergewölbe des Schlosses, die man sonst wahrlich nicht zu Gesicht bekommt. Dort verschaffte ein Blick auf verschiedene Öfen (wahre Monster) einen Eindruck in die logistische und technische Meisterleistung, einen Prunkbau mit rund 600 Räumen zu beheizen. Verschiedene, voneinander unabhängige Heizkreise sorgten dabei dafür, daß je nach Nutzung der Räumlichkeiten getrenntes Erwärmen möglich war. Die aufgeheizte Luft wurde durch Rohre in die Zimmer geleitet, wo sie aus entsprechenden Öffnungen als Warmluft entweichen konnte. Besonders schön: ein "warmluftspeiender" Drache als Öffnung. (Sowas könnte man sich auch gut auf Malfoy Manor vorstellen. Muß ich mir vormerken. ;-))
Zahlen, die staunen ließen: Bei normalem Betrieb (also ohne Gäste, Bälle oder sonstige Ereignisse) verheizte man am Tag (!) 30 Tonnen Steinkohle - sonst locker das Doppelte. In den riesigen Kelleranlagen konnte man den Bedarf für durchschnittlich drei Monate lagern.

Mit einem Blick auf den monströsen Badeofen, der allein dazu diente, das Badewasser für die Kaiserin zu erwärmen und dem Hineinschauen in den Gang, der von den "Communs", also den Wirtschaftsräumen/Küche zum Schloß führte (die Küche war ausgelagert), endete dieser höchst ungewöhnliche Ausflug in die Geschichte.

Fazit: Sehr unterhaltsam, sehr lohnend. Jederzeit wieder.

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Wieder daheim
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calm calm
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Dark chest of wonders/Nightwish
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Am Montag bestieg ich voller Vertrauen in den Erfindungsreichtum der Muggel ein Flugzeug. Immerhin ist es aktuell ja ein bißchen frisch, um die Strecke Berlin-Mannheim auf dem Besen (oder einem Fliegenden Teppich) zurückzulegen. Und wer sich wundert, daß Mannheim einen Flughafen hat, bitte sehr, man lernt nie aus. ;-)
Über den Wolken erstrahlte noch ein Restchen Sonne, und beim Hinunterschauen gab es flauschweiche Wolkenberge zu sehen. Kurz vor Mannheim hieß es dann ziemlich überraschend, man könne wegen "schlechten Wetters", das sich als Nebel entpuppte, nicht landen und würde nach Saarbrücken weiterfliegen, von wo uns ein Bus zurück zum eigentlichen Orte bringen sollte. Auf meine vorsichtige Frage, wieviel Zeit da einzuplanen wäre, hieß es abwiegelnd, keinesfalls mehr als eine gute Stunde. Ich gestehe, ich hatte keine Ahnung, wie weit Saarbrücken von Mannheim entfernt ist, aber als wir dann in dichtem Nebel und völliger Dunkelheit auf ein Straßenschild trafen, auf dem 153km stand, durfte man sicher sein, nur der Fahrende Ritter würde in einer "guten Stunde" diese Distanz überwinden. Immerhin, man bemühte sich, und irgendwann erreichte ich doch den ursprünglichen Bestimmungsort, der tatsächlich in dichtem Nebel lag. Was mir da erzählt wurde, ließ die kleine Rundreise doch in etwas anderem Lichte erscheinen: Zu der erwarteten Ankunftszeit, als wohl noch nicht klar war, ob der Pilot doch würde landen müssen, wurden drei (!) Feuerwehren auf die Landebahn beordert, um einem etwaigen Unglück rasch begegnen zu können. Schluck'. Später haben wir erfahren, daß erstens nicht jeder Pilot eine "Blindfluglizenz" hat (um trotzdem im Nebel zu landen) und zweitens nicht jeder Flughafen ausreichende "Ausstattung", um solche schwierigen Landungen zu unterstützen.
Der Rückflug war vergleichsweise unspektakulär, dafür hatte ich eine wunderbare Zeit bei einer hochgeschätzten, lieben Freundin. Schade, daß gute Tage immer viel zu schnell vergehen.
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relieved relieved
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Dreizehn Feen/Die Irrlichter
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Irgendwie vermißt man sie ja doch im Winter: die (guten) Mittelaltermärkte, die gewandeten Besucher, das Entschweben in eine andere, natürlich nicht historisch korrekte Welt. Umso interessanter fand ich die Ankündigung eines "mittelalterlichen Weihnachtsmarktes mit siebzig Händlern und Ständen, ohne Eintritt". Da sich gerade die Möglichkeit ergeben hatte, beschloß ich denn, meine Wanderlust auszuleben und mich nach Telgte (bei Münster) aufzumachen, um mir das mal persönlich anzusehen. Telgte ist überschaubar klein, nicht hübsch, nicht häßlich, aber ich war ja nicht wegen der Stadt gekommen. Meine Übernachtung erwies sich, wie vorhergesehen, als sehr, sehr bürgerlich, die Sorte, die goldfarbene Bilderrahmen hat und ebensolche Gardinenstangen, aber durchaus mit Liebe zum Detail eingerichtet und bis auf die muchtige Auslegware im Zimmer sehr sauber. Das Frühstück war, um es gleich vorwegzunehmen, eine Freude. Da hätte sich das "Valle Aridane" in Los Llanos noch mehr als eine Scheibe abschneiden können.
Der Markt war leicht zu finden, ist ja auch alles winzig und locker zu Fuß zu erreichen. Gegen 14.00 Uhr war es überraschend leer, und mir taten schon die Händler leid, die mehr im eigenen Saft kochten, als groß etwas zu verkaufen, aber das Ambiente war dennoch nett, nicht so nervig rummelmäßig, wie man es leider oft von Weihnachtsmärkten kennt. Bis etwa 16.14 Uhr hielt ich es aus, allerdings nur mit heißem Met und Amarettopunsch. Es gab leckere Trockenfrüchte vom immerguten Dattelschlepper, wundervoll duftenden Seifen, köstlichen Honig und natürlich "allerley" Schmuck (diesmal eher weniger als mehr schön), Kleidung und "Fressereyen". Genial das Badehaus, in dem doch tatsächlich drei Leute im heißen Zuber saßen und "Spannertaler willkommen" hießen. Echt "Weihnachtliches" gab es dagegen wenig, nur ist das bei den konventionellen Märkten auch nicht anders, und mich störte es nicht.
Da ich bei Dunkelheit noch einmal wiederkommen wollte, um die ganz andere Atmosphäre zu genießen, balancierte ich auf Eisfüßen erstmal in die Unterkunft, mich aufwärmen.
Gegen 19.00 Uhr brach ich dann nochmals auf, diesmal noch zusätzlich den langen Umhang über meinem langen Mantel. Herrlich warm und wie füreinander gemacht. Ich frage mich immer wieder, was die moderne Zivilisation getan hat, um den Modewechsel auszugleichen.
Schon beim Gehen waren mir wahre Horden begegnet,  die vermutlich nach Mittagsruhe und Nachmittagskaffee dem Markt zustrebten. Jetzt war es wirklich voll. Die große Wiese erhellten allerorten Fackeln und Feuer, und die kerzenbeleuchteten Stände wirkten plötzlich geheimnisvoll und viel anziehender als bei Tage. Ohne Stativ kann man Fotos bei dem Schwachlicht leider vergessen, der Anblick jedoch bleibt einem im Gedächtnis - irgendwie magisch, von jener seltsamen Faszination, die Feuer in absoluter Dunkelheit ausstrahlt.
Ich hätte noch länger bleiben mögen, aber bei der Kälte hält man es trotz dicker Wolle nur eine begrenzte Zeit draußen aus. Die Plätze an den Feuern waren selbstredend höchst begehrt.
Fazit: Sehr lohnenswert, schade, daß man nicht näher dran wohnt, um nächstes WE nochmal hinzugehen.

Aktueller Ort:
Im warmen Nest
Aktuelle Stimmung:
cheerful cheerful
Aktuelle Musik:
Nun komm, der Heiden Heiland/Horch
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Wie einigen geschätzen Leser/innen, Freunden und Bekannten hinlänglich versprochen, hier nun endlich ein kleiner Reisebericht. Es ist zwar schon wieder vier lange Wochen her, daß ich in Urlaub war, aber die Erinnerung fühlt sich frisch an, wach wie ein kleines Tier, das nur darauf wartet, umherzuspringen.
Es war eine organisierte Reise, nicht, weil ich mich so gern in Gruppengesellschaft bewege (meine Tränkemeisterseele wünscht sich eher das Gegenteil), sondern weil ich es schätze, nicht alles selbst heraussuchen und buchen zu müssen und weil ich wirklich viel wandern, mich bewegen wollte. Die An- und vor allem Abreise über Hannover und Nürnberg war übelst - das gehört zu den Dingen, die ich nie wieder machen würde und die man als Individualtouri natürlich hätte anders planen können. Der Rest war (bis auf das Frühstück im Hotel, das ließ doch arg zu wünschen übrig, jedenfalls, wenn man wie ich gern frühstückt und dabei Auswahl schätzt) Spitzenklasse.
Angekommen in der kleinen Hauptstadt Santa Cruz begrüßte uns ein ziemlich grauer Himmel; es hatte gerade aufgehört zu regnen. Ich gebe zu, ich war enttäuscht. Aber unsere charismatische Reiseleiterin meinte lächelnd, wir sollten nur abwarten, kaum, daß man den Tunnel verlassen habe, würde die Sonne scheinen. Und wirklich, das vorhergesagte Wunder traf ein: in grauen Wolken rein in den Tunnel, der durch die Berge führt, auf der anderen Seite strahlendes Blau und eine Sonne, wie ich sie mir erträumt hatte. Über den Bergen konnte man die Wolken sehen, die schwer und grau darin hingen. Faszinierend.
Die folgenden Tage gab es dann genügend Zeit, die Schönheit der Insel mit ihren völlig verschiedenen Landschaften zu erkunden. Insgesamt acht Wanderungen, verteilt auf vierzehn Tage - da blieb genügend Zeit für eigene Aktivitäten, aber man wurde auch gefordert. Das Wahnsinnsgefühl, einfach nur laufen zu können, die kakteenreiche Natur in sich aufzunehmen, die Wärme zu spüren, schweigen zu dürfen - ich hätte springen können vor Euphorie.
Im Laufe der Zeit erwanderten wir vulkanische Mondlandschaften, durchstreiften grüne Kiefernwälder, erklommen luftige Höhen, in denen es längst nicht mehr so warm war, wie ich thermophiles Wesen es mir gewünscht hätte. Jacke an, Jacke aus - das war eine meiner häufigsten Handlungen, vom Fotografieren abgesehen.
Die Höhepunkte bildeten die Wanderungen in der Caldera de Taburiente (um die sechs Stunden Gehzeit, längere Strecke im Flußbett - bloß gut, daß der Fluß wenig Wasser führte) und natürlich die "Ruta de los volcanes", die große Vulkanroute. Letztere war vor allem wettermäßig eine echte Herausforderung, da man die ersten drei Stunden in wildem Sturm und dichtem Nebel gehen mußte, von Aussicht keine Spur. Erst am höchsten Punkt, Las Deseadas, riß es plötzlich auf. In höchster Konzentration gegen den Wind gestemmt, gelang es mir, von dem atemberaubenden Blick unter weißen Wolkenfetzen hinunter ins Tal Fotos zu machen und zwar so, daß weder die Kamera noch ich Schaden nahmen. Sekundenlang erschien sogar der Teide über den Wolken - was für ein Erlebnis, bedenkt man, daß Teneriffa doch ziemlich weit entfernt ist.
Nach dieser ersten Wetterbesserung war der Bann gebrochen - von nun an wurde es stetig wärmer, und bald führte unser Weg unter stahlblauem Himmel weiter nach Süden. Eine außergewöhnliche Tour.
An den freien Tage wurde entweder nochmals freiwillig gewandert (ja, man kann irgendwie süchtig werden ;-)), sich am schwarzen Lavastrand gesonnt bzw. in einem Café geschattet oder die Hauptstadt besucht. Santa Cruz de La Palma ist allerdings schnell gesehen - nicht umsonst gilt Los Llanos de Aridane, wo wir wohnten, als heimliche Inselmetropole.

Ich hätte noch mindestens eine Woche bleiben mögen, aber irgendwann muß man ja immer zurück. Leider. Am Abflugtag erlebten wir nochmals das Phänomen des rasanten Wetterumschwungs. Den Flughafen betraten wir bei sommerblauem Himmel; in der Wartehalle sahen wir es draußen stürmen und gießen. Ein aus Frankfurt ankommenden Flug kam gar nicht, sondern wurde nach Teneriffa umgeleitet. Wir durften abfliegen, zurück in ein ziemlich kaltes, nasses Deutschland.
Fazit: La Palma ist toll, wenn man gern wandert und in der Natur ist, und auch wenn die anderen Kanareninseln ähnlich sind, lohnt es sicher, noch mindestens eine zweite zu besuchen. La Gomera wäre das in meinem Falle. Vielleicht schon nächstes Jahr.

Große Vulkanroute, Wetterbesserung

Blick von der Küstenpromenade Sta. Cruz

Aktueller Ort:
Leider nicht in La Palma
Aktuelle Stimmung:
calm calm
Aktuelle Musik:
Xandinha/Cesaria Evora
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Morgen geht es los - zwei Wochen La Palma, die grüne Insel der Kanaren. Abgesehen von der An- und Abreiseodyssee (Wer würde guten Gewissens von Hannover nach Nürnberg fliegen, um von dort nach La Palma zu starten, wenn er in der Nähe der Hauptstadt wohnt? Genau, eigentlich keiner. Lange Geschichte...) freue ich mich wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd, endlich mal rauszukommen, Sonne zu tanken und mich sportlich zu fordern.
Die Sachen sind gepackt, nun hoffe ich, daß der Zug morgen früh ausnahmsweise mal pünktlich ist und mein Gepäck keine Umleitung nimmt.
Wer wissen will, wo ich wohnen darf, der schaue hier: http://www.hotelvallearidane.com/

Bis die Tage!

Aktueller Ort:
Noch da
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Der Mond

Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde.
Du sagst, du drehst dich um mich.
Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß ich werde
In meinen Nächten hell durch dich.

 

Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde.
Sie sagen, du veränderst dich.
Allein du änderst nur die Lichtgebärde
und liebst mich unveränderlich.

 

Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde.
Nur mein Erdschatten hindert dich,
Die Liebesfackel stets am Sonnenherde
Zu zünden in der Nacht für mich.    


Eines der schönsten Liebesgedichte von Friedrich Rückert, wie ich finde und von Dunkelschön zu einer Ballade von ergreifender Zartheit vertont.

Aktuelle Stimmung:
contemplative contemplative
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